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Ab in die Berge

  • Autorenbild: kathrinstahl
    kathrinstahl
  • 18. Juli 2022
  • 3 Min. Lesezeit

18.07.2022, Tag 107, Georgien - Stepanzminda, 0 Km


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Ich und Oliver haben uns nochmal ein Auto gemietet um nach Stepanzminda, kurz vor der russischen Grenze, zu fahren.

Und das hat vielleicht mal gelohnt.


Zunächst sind wir in Tiflis recht spät los gefahren. Eigentlich wollten wir uns einen Rucksack zum wanden ausleihen. Als wir aber im Geschäft waren, war keiner mehr verfügbar. Also ohne los. Von Oliver seinem Gepäck war zum Glück noch ein recht geräumiger Rucksack übrig.


Von Tiflis bis nach Stepanzminda sind es ca. 150 Km, die aber sehr kurvenreich und z.T. stark befahren sind, sodass wir erst um ca. 17 Uhr ankamen. Zunächst Cappuccino und Aussicht genossen.

Dann haben wir uns in der Nähe in einem Tal am Fluss einen Platz zum Campen gesucht. Zunächst im arschkalten Gebirgsfluss gebaded, dann Nudel mit Pesto gekocht und ab in die Falle. Ich hatte mal wieder bammel wegen Bären, denn am Straßenrand hatten wir 2 tote Bärbabys gesichtet. Aber nichts passiert.

Schön ruhig mit dem rauschenden Fluss im Hintergrund geschlummert.



Am nächsten Morgen zurück nach Stepanzminda um eine Wanderung zu starten.

Wir wollten einen Tag hochsteigen, dort übernachten und am nächsten Tag runter. Daher wollten wir einen zweiten Rucksack.

Da nur einer zur Verfügung stand, entschieden wir uns gegen die Isomatten.

In Olivers Rucksack kamen die Schlafsäcke, die aufblasbaren Kissen und Verpflegung.

Ich hatte nur einen Kinderturnbeutel mit dem Zelt. So sind wir losgestapft. Start auf ca. 1900m.


Zunächst liefen wir ca. Eine Stunde bis wir eine Aussicht auf die Dreifaltigkeitskirche hatten. Das perfekte Postkartenmotiv.

Dann ging es ca. 1,5 Stunden bis zum ersten Kamm auf ca. 2900m. Wir hatten schon ganz schön dolles Kopfweh als wir dort ankamen.

Von dort zu einer Berghütte die auf 3014m lag. Mittlerweile hämmerte es richtig im Kopf, aber nach kurzer Sitzpause war es wieder erträglich.



Wir sahen von dort einen Gletscher und wollten dort noch hin laufen. Eine weitere Stunde laufen. Das haben wir gemacht.

Höchster Punkt für uns war 3304m. So hoch war ich noch nie (auf Land 😉). Auf dem Weg dahin wurde mir kurz schlecht. Es verflogen aber nach einer kurzen Pause wieder.

Der Gletscher lag am Berg Kazbegi. 5024m hoch und damit der Höchste Berg den ich je gesehen habe.



Dann ging es zurück bergab. Und damit war nicht nur der Weg gemeint, sondern auch meine Verfassung.

Zu dem sehr schmerzenden Kopfweh wurde mir richtig schlimm schlecht.

Die Hütte kam nicht näher. Ich hatte Angst mich zu übergeben. Zwischendurch hatte ich Oliver Bescheid gegeben, dass es mir nicht gut geht, weil ich echt nicht mehr sicher war, es noch bis zur Hütte zu schaffen.

Aber es ging.


Dort habe ich mich hinlegen müssen.

Irgendwann meinte Oliver wir müssen weiter. Wir hatten kaum noch zu trinken und irgendwie waren wir beide so verballert, dass jeder drauf hoffte, dass der andere in die Hütte geht und nach Wasser fragt. Am Ende rang ich mich durch, ließ unsere Flaschen auffüllen und kaufte eine Cola. Ich konnte nur dran nippen und es war einfach bah.

Mir ging es so schlecht, als wäre ich bis morgens um 5 Uhr hart saufen gewesen, hätte dabei 3 Schachteln Kippen geraucht, hätte dann 2 Stunden geschlafen und wäre dann wandern gegangen.


Egal, also mit ach und krach schleppten wir uns zur nächsten gescheiten Möglichkeit ein Zelt aufzustellen.

Wir bauten auf und legten uns einfach rein. Für Abendessen stand nicht mehr der Sinn. Ebenfalls nicht dafür die schmutzigen Klamotten auszuziehen. Es war auch egal, dass keine Isomatte da war.

So lagen wir beide um ca. 19:30 Uhr ausgeknockt da im Zelt.

Mir ging es noch bis ca. 23:30 - 24:00 Uhr Elend. Danach stellte sich Besserung ein.


Am nächsten Tag war alles wieder gut. Wir Frühstücken, bauten ab und liefen ins Tal.

Der Abstieg war zu Beginn schon Antrengend. Man merkt die Höhe tatsächlich doch recht stark. Man ist viel langsamer.

Später waren die steilen Passagen mit meinen glatten Schühchen sehr fordernd. Einfach sehr rutschig.



Wir besuchten die Dreifaltigkeitskirche. Beim Blick nach oben auf den Berg waren wir schon verwundert, wie weit wir an einem Tag hochgelaufen sind. Ca. 1600m. Eine Tag vorher mit dem Auto von Tiflis bei 400m nach Stepanzminda auf ca. 1900m. Vielleicht einfach bisschen viel Höhe in kurzer Zeit.

Nach der Kirche zurück ins Tal.

Ich war froh als wir unten waren, weil Bergab finde ich anstrengender als bergauf.

Nochmal Cappuccino gegönnt und dann auf dem Weg zurück nach Tiflis gemacht.



Zwischendurch noch mal Erfrischungsbad in einem Fluss genommen. Ein träumchen.



Abends waren wir recht dekadent Pizza essen und dann ins Hotel, welches sehr überraschend war. Details dazu morgen.

Habe keine Lust noch weiter zu schreiben.


War ein richtig toller Ausflug.


Song des Tages:

Marvin Gaye - Aint no mountain high enough

 
 
 

1 Kommentar


Jessy Dilectio
Jessy Dilectio
19. Juli 2022

Was ne Story schon wieder 😊 und Hammer Bilder 😍 fühl dich gedrückt. Miss you

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