top of page

Es hat sich ausgeradelt

  • Autorenbild: kathrinstahl
    kathrinstahl
  • 28. Jan. 2023
  • 6 Min. Lesezeit

ree

28.01.2023,Tag301,UAE-Dubai


Ich beende die Reise.


Von Dubai bin ich noch nach Abu Dhabi gefahren und habe auf dem Weg dorthin festgestellt, dass ich nicht weiter reisen will. Nicht mehr mit dem Fahrrad und nicht mehr alleine.


In mir drinnen wusste ich es eigentlich schon länger, wollte es mir aber selbst nicht eingestehen.


In Dubai war ich 4 Wochen am Stück. In dieser Stadt fühle ich ich einfach richtig wohl. Es ist wie ein riesiger Spielplatz mit unendlichen Möglichkeiten zur Unterhaltung. Zwar kostet das meiste Geld, aber unterhaltsam und interessant ist es trotzdem.


Während meinem Aufenthalt habe ich z.B. den Butterfly Garden besucht. Dort fliegen viele schöne und außergewöhnliche Schmetterlinge in großen, begrünten Räumen. Manche von den Schmetterlingen kann man sich auf den Finger setzten.

Der Eintritt mit 55 AED / 14 € war auch ok.



Zudem war ich noch in der AYA-Ausstellung Auch sehr besonders und außergewöhnlich. In diesem Erlebnis-Universum sind viele verschiedene Räume mit besonderen Lichtinstallationen und beeindruckenden visuellen Effekten gestaltet worden, wobei diese passend musikalisch unterstrichen bzw. hervorgehoben werden. Der Eintritt war für mein Empfinden für dieses besonders künstlerisch wertvolle Erlebnis mit 99 AED / 25 € auch gerechtfertigt.



Weiter sehr beeindruckend und sogar kostenfrei war die Drohnenshow am JBR-Beach. Diese findet zwei Mal täglich statt. Dabei schweben hunderte Drohnen über den Wasser und bilden 3D-Bilder im Nachthimmel von Dubai. Diese Bilder bewegen sich z.T. was den Effekt einer Art Holograms hat. Wirklich beeindruckend.



Ebenfalls kostenfrei ist die Bücherei Mohmmed bin Rashid Library.

Erst im Juni 2022 eröffnet und sehr schön, modern, hell und offen gestaltet. Ich war dort mehrere male um zu lesen. Habe mich dort auch sehr wohl gefühlt.

Leider war es noch nicht möglich Bücher auszuleihen. Es gab einen reichhaltigen informativen Fundus an Büchern die so interessant waren, dass ich dort ohne Ende Bücher hätte ausleihen können. Das meiste war in Englisch.



Da kann man sich in Dubai wohl darauf verlassen. Es ist wie ein riesiger Vergnügungspark und es wird nicht langweilig. Selbst ein Besuch in der OpenAir Mall City Walk lohnt sich, wegen der schönen Lichtinstallationen.


Es gibt noch so viel zu sehen, aber ständig alleine durch die Gegend zu rennen, macht eben nicht so super viel Spaß.


Leider nur online gesehen, aber die Eigner des neuen Royal Atlantis Hotels haben sich zur Eröffnung einfach mal Beyonce gegönnt. Queen B hat seit 4 Jahren keine Show mehr gegeben. Mehr Promo kann man sich kaum kaufen.


Nun, wie kam es nun zu meiner Entscheidung die Reise zu beenden.


Ich bin zunächst schweren Herzens von Dubai ca. 130 Km nach Abu Dhabi gefahren. Motiviert war ich nicht, weil ich mich auch in Dubai so wohl gefühlt hatte.


Ich war aber fest davon überzeugt, dass wenn ich erst mal wieder unterwegs bin, wird die Motivation wieder kommen.


Dem war nicht so.


Den ganzen Tag kullerten mir die Tränen. Abends beim zelten habe ich mich wieder so alleine gefühlt. Es hatte mir einfach keinen Spaß mehr gemacht, da abends alleine zu hocken, irgendwas zu kochen, schmutzig zu sein und morgens wieder alles zu packen. Es war einfach kein Spaß.


In Abu Dhabi, der Hauptstadt der Emirate angekommen, habe ich zunächst die Große Scheich-Zayid-Moschee besucht. Diese, auch weiße Moschee genannt ist wirklich wunderschön.


Sie ist die größte Moschee der Emirate und einer der größten der Welt. Hier finden 40.000 Gläubige Platz. Sie wurde nach dem Emir Zayid bin Sultan Al Nahyan benannt, ein Mitbergründer der Emirate und als Emir von Abu Dhabi war er der erste Präsident. Eröffnet wurde die Moschee 2007.


Der Eingang der Moschee führt , ganz passend für die Emirate, durch eine Mall.


Zunächst betritt man eine Glaskuppel in der Rolltreppen ins Erdgeschoss führe bzw. Keller.

Dort landet man in einer Mall von der man aus zum Eingang der Moschee gelangt. Wie bei allen Moscheen dieser Welt, wird kein Eintritt verlangt. Aber man muss, wie für alles in den Emiraten ein Ticket mit Namen usw. haben. in zwei Minuten online erledigt.


Man steht relativ lange an und muss Kontrollen ähnlich am Flughafen durchlaufen. Anschließend läuft man recht lange Gänge unterirdisch zur Moschee. Netterweise gibt es Rollbänder, sodass man gut vorwärts kommt.


Dann ist man an der Moschee, durch die man auf Vorgegebenen Wegen durchgeführt wird. Es sind auch die Fotospots gekennzeichnet, sodass man mit den Bildern immer den Eindruck erwecken kann, dort sei nichts los und es wäre ruhig und harmonisch. Aber das täuscht, man ist ziemlich viel mit Schlange stehen und warten beschäftigt.


Das besondere ist der weiße Marmor. Alles ist aus weißem Marmor gebaut worden und in den Säulen und im Boden befinden sich florale Intarsien aus andersfarbigen Marmoren. Wirklich hübsch. Behalte ich mir mal als Idee, falls ich mal Boden legen lasse, im Hinterkopf.


Im inneren befindet sich übrigens der größte handgeknüpfte Teppich der Welt. Er wiegt nur 47 Tonnen und kam aus dem Iran.

Herausragend hässlich fand ich leider die sieben Kronleuchter, die geschmacklos kitschig und bunt waren. Leider musste ich lesen, dass diese aus Deutschland importiert wurden,

Der größte davon gilt sogar als größter Kronleuchter der Welt. Er hat einen Durchmesser von 10m und ist 15m hoch.


ree

ree

ree

ree

ree

ree

ree

ree

ree

ree

ree

ree

ree

ree

ree

ree

ree

Nach der Moschee fahre ich zum Hostel. Dort angekommen merke ich schnell, dass ich auch einfach keine Lust mehr habe, mich ständig mit neuen Menschen über das selbe unterhalten zu müssen. Es langweilt mich.


Die finale Entscheidung treffe ich nun am nächsten Tag.


Ich wollte den Bus nach Saudi-Arabien nehmen, da mir schon klar war, dass ich die über 800 Km Wüste alleine mit dem Rad motivationstechnisch nicht mehr hin bekomme Visa für 130 € hatte ich schon erworben.


Eine Stunde vor Abfahrt war ich am Busbahnhof. Innerhalb dieser Stunde konnte unter Einbindung von ca. 10 Personen, inklusive dem Oberhäuptlings der Busstation, nicht geklärt werden, ob das Fahrrad mit darf oder nicht.


Ich war die ganze Zeit, seit Abfahrt aus Dubai, schon soweit angekratzt, dass mir die ganze Zeit Tränchen in den Augen standen. Das es dann noch in die Hose ging, hat mich echt zur Verzweiflung gebracht.

Man versicherte mir den nächsten Bus nehmen zu können. ca. 2 Stunden später.


Ich war total aufgelöst und sprach mit mehreren Freunden, die alle sagten, du musst nicht fahren. Kurz vor Abfahrt beschloss ich lieber das Fahrrad wieder auszuladen und nochmal zu überlegen. Mir ging es überhaupt nicht gut und ich konnte mich gar nicht mehr einkriegen.


Als das Fahrrad ausgeladen war und ich mich vom Bus entfernt hatte, ging es mir direkt besser.

Mir war direkt klar: das war es mit der Reise. Du kannst nicht mehr. Du hast nicht mehr die Motivation, du willst nicht mehr, Noch am selben Abend kam ich per Bus wieder in Dubai an.


Dort habe ich mich, warum auch immer, direkt wie zu Hause gefühlt.

Am nächsten Tag ging ich direkt schoppen, damit ich endlich mal wieder normale Kleidung habe.


Rückblickend kann ich sagen, dass mir nach Usbekistan schon die Motivation flöten gegangen war. Damit war alles abgehakt, was ich unbedingt sehen wollte.


Ursprünglich bin ich mit dem Vorhaben gestartet über die alten Seidenstraßen nach Peking zu fahren. Aufgrund der 0-Covid Politik Chinas war schnell klar, dass ich nicht nach China einreisen kann. Das hat mich aber auch gar nicht so gestört. Ich war mal in China und das war nicht so meins.


Die wichtigsten Ziele waren für mich Istanbul, Kappadokien, Iran, in Usbekistan die Städte Samarkand und Buchara, die raue und einsame Landschaft von Kirgisistan und der Pamir-Highway in Tadschikistan. Das alles, abgesehen vom Iran, habe ich geschafft. Iran ist wegen dem Start der Proteste gescheitert, womit ich aber auch ganz gut Leben kann. Denn zusätzlich war ich noch in Georgien und Armenien. Das hatte sich beides auch absolut gelohnt.


Als in Usbekistan mein Fahrrad gestohlen wurde, war ich fast froh. Dachte dann: hey, hast alles gesehen was du wolltest, dann kannst du auch nach Hause fahren.


Die Polizei hat das Fahrrad aber wieder gefunden und so sagte ich mir, dass ich die einmalige Gelegenheit nicht verstreichen lassen darf, ohne zeitliches Limit zu reisen. Also weiter machen.


Ich flog nach Dubai und quälte mich durch den wunderschönen Oman. Der Oman ist wirklich empfehlenswert. Sehr nette Menschen, super Straßen, perfektes Wetter, man kann überall und jederzeit Essen und Wasser kaufen und Zeltplätze finden, wunderschönes Meer, traumhafte Wadis und eine allgemein schöne Landschaft und fantastisches Essen.


Trotz alldem war es dort schon nicht mehr fröhlich leicht. Ich machte weiter, weil ich einfach noch nicht nach Hause wollte und es doch so perfekt dort ist.

Irgendwann wollte ich nur noch irgendwo ankommen. Die Tage zogen sich und als ich in Dubai ankam, fühlte es sich an wie der Himmel. Und schwupps bin ich dort für 4 Wochen versackt.


Es hatte sich somit eigentlich schon lange angekündigt, doch ich wollte mich weiter treiben bis mich das Unterbewusstsein zum ständigen weinen verdammte und ich damit mir eingestand: auch wenn du könntest, aber du hast die Schnauze voll. Geh heim.


Das ich so viel Zeit hier in Dubai habe verstreichen lassen, bereue ich nicht.

Hier habe ich mich sehr wohl gefühlt. Einfach sehr interessant hier.


Hätte ich mir die Zeit hier nicht genommen, würde ich nicht so entspannt nach Hause fahren können. Es fiel mir zunächst schwer einen Flug nach Deutschland zu buchen, da damit klar war: jetzt ist die Reise vorbei.


Aber es muss ja irgendwie weiter gehen. Wie, weiß ich noch nicht. Mal schauen was das Leben so im Angebot hat.


Auf diesen Beitrag folgt nur noch einer, dann ist es aus mit diesem Blog. :-)


















 
 
 

Kommentare


Beitrag: Blog2_Post

©2022 Agent K on her way. Erstellt mit Wix.com

bottom of page