Anatolien
- kathrinstahl

- 21. Juni 2022
- 2 Min. Lesezeit
21.06.2022,Tag 80, Türkei- Refahiye, 70 Km

80 Tage unterwegs aber um die Welt habe ich es nicht geschafft.
Den morgen startete ich mit einer entspannten Fahrt in einem Landrover Defender Cabrio.
Da es aus dem Kemaliye-Tal unglaublich steil über viele Kilometer herausgibt und die Temperaturen wieder bei ca. 36°C lagen, habe ich mir gestern einen Fahrer gesucht. Unter Beteiligung von ca. 10 Menschen konnte der Mann mit dem Safari-Mobil als Fahrer gefunden werden.
Die Fahrt war schön und ersparte mir ca. 1000 Hm.
Heute bin ich zum ersten Mal mit langem Oberteil gefahren. Es erscheint mir, als wäre es konservativer als im Westen.
Die Menschen sind auch zurückhaltender geworden. Immer noch nett, aber irgendwie anders. Schwer zu beschreiben. Z.B. ist die erste Frage: woher? Und die zweit: verheiratet? Es ist wohl unvorstellbar, dass ich nicht verheiratet bin.
Das lange Oberteil war gar nicht so schlecht, weil die Sonne nicht so brennt.
Beim Start war es heiß und ich hatte trotzdem noch 1200 Hm bis zur nächsten Stadt zu bewältigen.
Die Strecke meist mit gleichmäßiger Steigung. Nur wenige Stellen knackig. Am letzten steilen Anstieg kam leichter Regen und sehr, sehr starker Gegenwind dazu. Es wurde auch kalt. Die Temperaturen fielen unter 20°C.
War schon fordernd der letzte Anstieg.
Die Landschaft hat sich heute sehr stark verändert.
War heute zwischenzeitlich doch ein wenig vom Fahrrad fahren genervt, da man stundenlang nur Bergauf fährt. Die Abfahrt dauert dann nur sehr wenige Minuten.
Aber wenn ich erst mal wieder am Meer bin, hat sich das mit den Bergen fürs erste erledigt.
In Regahiye angekommen, habe ich mich wieder in einem Lehrerhaus einquartiert. Der Rezeptionist wollte mir direkt zwei Reisepässe zurück geben. Waren nicht meine, aber die von Sonja und Alex.
Die zwei hatte ich schon in Kappadokien kennen gelernt. Ein lustiger Zufall. So klein kann die Welt sein.
Abends essen gegangen und Freundschaft mit einem Kangal geschlossen. Kurz gestreichelt, ist er mir bis zum Hotel gefolgt.
Hier im Ort jaulen übrigens die Hunde, wenn der Muezzin zum Gebet ruft. Sehr lustig.
Gibt es öfters.
Seit Kappadokien ist mir auch kein böser Kangal mehr untergekommen.
Nun kurz zu Anatolien:
Anatolien ist der Teil der Türkei, der in Vorderasien liegt. Das sind 97 % des türkischen Staatsgebietes. Der verbleibende Teil auf der Europäischen Seite (also alles vor Istanbul) nennt sich Thrakien.
Östlich ist die Grenze von Anatolien ungenau definiert. Man nennt allgemein die östliche Grenze der Türkei als Grenze von Anatolien. Historisch und kulturell liegt die Grenze aber am Euphrat, da der östliche Teil des Euphrats eigentlich Mesopotamien heißt.
Aber im Prinzip ist die komplette Türkei auf der Asiatischen Seite Anatolien.
Heute der Song des Tages, weil ich ihn irgendwie liebe:
Johnny Cash - Folsom prison blues




























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