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Auf den Weg in den Oman

  • Autorenbild: kathrinstahl
    kathrinstahl
  • 30. Nov. 2022
  • 4 Min. Lesezeit

23.11.2022, Tag 235, VAE- Al Aqar

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Am Dienstag starte ich endlich Richtung Oman. Zwar war bei mir ein bisschen die Luft raus und ich hatte mich an ein Bett, regelmäßige Verabredungen, eine tägliche Dusche und einen Kühlschrank gewöhnt, aber trotzdem wollte ich unbedingt den Oman sehen.


Ich habe in der WhatsApp-Gruppe der Radfahrer den Andreas gefunden, ebenfalls aus Deutschland, der ebenfalls in den Oman radeln möchte.

Sehr praktisch. Wir treffen uns um 14 Uhr an einer Tankstelle außerhalb Dubais. Quasi der erste Kreuzungspunkt beider Startpunkte mit dem gleichen Ziel.


Auf dem Weg dorthin bekomme ich 2 Fan-Schals der VAE geschenkt. Wahrscheinlich ein Accessoir der in Katar stattfindenden Fußball WM.

Die Schals brauche ich zwar nicht, erheitern aber meine Stimmung.


Meistens fahre ich auf der Autobahn. 6 Spuren je Richtung aber ein komfortabler Seitenstreifen.

Irgendwann fängt es tatsächlich an zu schütten wie aus Eimern. Plus Wind. Juhu, eine der besten Kombinationen.

Eigentlich will ich mich unterstellen. Da ich aber spät dran bin, fahre ich weiter.

An der verabredeten Tankstelle angekommen wartet schon Andreas.


Wir trinken noch Kaffee in der Tankstelle, da der Schutt zu einem gewittrigen Unwetter herangewachsen ist.

Mit Regen haben wir beide überhaupt nicht gerechnet.


Als der Regen stoppt starten wir wieder und suchen uns nach ca. 15 Kilometern ein Plätzchen in der Wüste zum campieren.

Nahe der Autobahn und trotzdem ruhig.

Wir fühlen uns beide direkt erheblich wohler beim campen in Gesellschaft.

Wir tauschen uns über die bisherigen Erlebnisse aus. Er erzählt mir erstaunlicherweise das gleiche wie Julia über den Iran.

Wir Deutsche sind dort nicht sehr beliebt, weil wir kalt, verschlossen und abweisend wären.


Auch erzählte mir Khalifa, der Dünen-Fahrer, dass die Deutschen die einzigen sind, die schlechte Bewertungen abgeben. Ich konnte mir direkt vorstellen wofür.


Die Tour war die reine Touristenattraktion und genau das wird bemängelt. Obwohl die Frage natürlich wäre, was ein Deutscher sich vorstellt, wie im kulturelle Gepflogenheiten für einen 40 - 50 € Ausflug näher gebracht werden können? Für den Preis war inkludiert: Kamelreiten, Dünensurfen, Fotos im Sonnenuntergang die der Fahrer like a pro mit dem neuesten IPhone aus den Instagramtauglichsten Perspektiven schießt, Dunebashing, ein gigantisches und leckeres Buffet, Softdrinks, Tee und Kaffee soviel man möchte, Sisha-rauchen, Falkenfoto, Henna für die Damen, 2 Bauchtänze, spezieller Männertanz und eine Feuershow. Zudem Abholung und Rücktransfer zum Hotel.

Unschlagbaren Preis für das Programm, aber der Almann ist unzufrieden.


Übrigens wollte Saudi-Arabien einen Turm bauen der höher als der Burj-Khalifa ist.


Aber da habe sich die Emirate gedacht: "Das höchste Gebäude der Welt steht bei uns. Den Titel lass ich mir nicht nehmen!" und haben ein Bauprojekt gestartet, dass noch höher werden soll. Über einen Kilometer hoch.

Leider seit covid Baustopp.


Nachdem wir entspannt genächtigt haben, fahren wir weiter bis Hatta. Der Verkehr wird immer weniger. Irgendwann werden wir von kaum noch Autos gestört.

Desto näher wir dem Oman kommen, desto hügeliger wird die Umgebung.

Die Steigungen sind kurz und knackig, aber alles gut machbar.

Wieder erwischen wir einen kurzen Regenschauer, der aber nicht wirklich dramatisch war.


Abends kommen wir in Hatta an und suchen einen Campingplatz. Ein Mann lotzt uns zu einem Fahrradgeschäft. Wir fragen dort nach. Freudig werden wir empfangen und wir können gratis Zelten und die Sanitären Anlagen nutzen.


Das machen die einfach so für die Touristen. Sie bieten sogar an, morgend kostenfrei eine Inspektion vorzunehmen.

Mit so einem Glück haben wir überhaupt nicht gerechnet.


Wir schlafen gut, starten in den Tag und Andreas nimmt das Angebot zur Inspektion an und die legen sich richtig ins Zeug.

Erst wird es richtig ordentlich geputzt und dann nimmt er es komplett auseinander. Die Ritzel, die Schaltung, das Tretlager usw.


Es dauert 3-4 Stunden und die wollen dafür nichts. Der Chef und die Leute finden Fahrradfahren einfach so geil, dass die das gerne machen. Für umsonst. Ich gehe davon aus, dass die Angestellten natürlich ein normales Gehalt erhalten. Von daher ist der Chef derjenige, der die Radreisenden wohl am meisten feiert.


Andreas spricht mit dem Eigentümer Khalifa, der aussieht wie ein Scheich. Sein Auftreten wirklich freundlich und offen, aber irgendwie erhaben. Ich weiß gar nicht ob er überhaupt ein Scheich ist, da alle die weißen Gewänder tragen. Aber er hatte eine besondere Ausstrahlung.

Khalifa findet Radreisende toll und freut sich immer wenn welche vorbei kommen.


Da hat er sich überlegt, wie er Radreisenden das Leben leichter machen könnte. So kam er auf die Idee Flächen zum Campen zu schaffen und die Inspektionen sowie die Reinigung des Rades anzubieten.

Man darf es nicht mal selbst putzen. Die machen das für einen.


Während wir darauf warteten das das Rad fertig wird, wurde auch noch eine Runde Eis spendiert.

Ich habe mein Rad nur reinigen aber nicht inspizieren lassen, da ich lieber weiter wollte.

Um ca. 13 Uhr haben wir uns auf zum Oman gemacht, der schon nach 5 Kilometern erreicht war. Die Grenze konnten wir relativ problemlos passieren.


Übrigens leben in den Emiraten 90% Ausländer.

Ich bin immer noch absolut fasziniert, dass so ein buntes Völkchen mit Menschen aus aller Welt so fröhlich zusammen lebt.


Im Oman fuhren wir auf guten Straßen, relativ flach ca. 30 Kilometer bis ans Meer.

Die Leute hier sind auf jeden Fall nett und interessiert.

Schnell finden wir ein gemütliches Plätzchen am Strand.


Bei der Suche nach einem Plätzchen habe ich die krassesten Muscheln gefunden. Mindestens 3 Kilogramm musste ich sammeln. Ich war noch nie am einem solchen Zauberstrand mit solchen schönen Muscheln.


Wir kochen gemütlich und entdecken plötzlich einem Einsiedlerkrebs mit einer Kringelmuschel bepackt an uns vorbei marschieren. Fantastisch.


Ich gehe Im Dunkeln an den den Strand und entdecke noch mehr Einsiedlerkrebse in verschiedenen Größen mit vielen unterschiedlichen Muscheln.


Später unternehmen wir noch einen kleinen Spaziergang im dunkeln am Meer. Das Wetter ist so wunderbar und angenehm warm.


Und dann der Oberknaller.


Die Wellen spülen fluroszierende Teilchen an den Strand. Das kennt man doch nur aus dem Fernsehen.


An der Stelle an der die Welle auf dem Sand endet, bleibt für ein paar Sekunden eine schmale, blau leuchtende Lichterkette zurück. So hübsch und unreal.

Es sieht ein bisschen aus wie bei Avatar.

So schlummern wir die erste Nacht im Oman schön am Meer mit dem rauschen der Wellen im Hintergrund. Was will man mehr?

 
 
 

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