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Bye, Bye Tadschikistan. Hallo Usbekistan

  • Autorenbild: kathrinstahl
    kathrinstahl
  • 17. Okt. 2022
  • 4 Min. Lesezeit

16.10,2022, Tag 197, Usbekistan - Samarkand

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Es war die ganze Zeit so viel Rambazamba in Duschanbe, dass ich die Tage kaum noch zusammen bekomme.

Zudem bin ich die folgenden Tage müde oder zu beschäftigt zum schreiben gewesen.


Montag in Duschanbe war ich noch im Fahrradladen um ein paar Sachen reparieren zu lassen.

Seilzug Schaltung, Befestigung Schaltung ist schnell repariert, Rücklicht auch gefunden, aber der Laden hat keine Ketten. Es gibt kaum Fahrradläden also muss ich meine Notfallkette, die ich seit Deutschland mit mir herum schleppe, einsetzten.

Aber kein Problem. Oliver reist ab und ich kann ihm seine Notfallkette abkaufen. Yeehaw.

In dem Fahrradladen habe ich übrigens den Franzosen Gitu wieder getroffen, den ich im Pamir kennengelernt hatte.

Abends Shakhnoz einzuladen hat nicht funktioniert, da Sie lieber mich eingeladen hat. Wir waren im Buchara. Wieder ein Restaurant mit Tanz- und Musikprogramm sowie Tanzpausen.

Es war etwas gehobener. Schicker, besseres Essen, das Programm war edler (Kostüme z.B.) und die Musik laut, aber nicht Ohrenbetäubend laut.

War richtig lustig.

Ihr Ehemann kam später auch dazu. Die Shakhnoz ist leider noch gaaanz schlimm verliebt, aber er will nicht mehr. Was auch eigentlich besser für Shakhnoz ist, da er ein echter Arsch ist. Aber egal.

Der krönende Abschluss war Shakhnoz Musikwunsch: Celine Dion - My heart will go on.

Wir haben es laut mitgeträllert. Ach was war das ein schön losgelöster Abend.

Die Nacht dauerte bis früh. Ich schlief lange und geriet in Stress. Ich wollte mich ein letztes Mal mit dem Pamir-Taxifahrer Azizhoo treffen. Wir waren Burger essen.

Danach traf ich mich mit Oliver zum Pizza essen. Auch zum letzten Mal.

Aus Höflichkeit beiden Gegenüber aß Ich zweimal.

Gut das das tagelang Ess-Training zu einer Magenweitung geführt hat und ich somit tatsächlich zwei Abendessen in mich aufnehmen konnte.


Mittwoch wollte ich dann eigentlich los. Aber ich fühlte mich krank und schlapp. Zudem zwiebelten meine Ischias-Nerven richtig hart. Daher blieb ich noch eine Nacht länger und Wiederstand eisern den Verlockungen mich mit Shakhnoz, Oliver oder Azizhoo zu treffen. Denn alle hatten angefragt als Sie bei WhatsApp, Instagram und Co. sahen, dass ich geblieben bin.

Das onlinestellen hat auch Nachteile.


Donnerstag fühlte ich mich noch nicht gut, wollte aber los.

Ich fuhr an den Rand von Duschanbe und man sagte mir, Straße gesperrt, großer Umweg, fahre Taxi. Gesagt, getan.

Erstaunlicherweise traf ich im Taxi einen 27-jährigen Tadschiken der super gut Deutsch spricht. Er hat es in nur 4 Monaten gelernt und sich hauptsächlich selbst beigebracht. Er hat alles verstanden und ich konnte ein normales Gespräch mit ihm führen. Unglaublich. Er möchte nach Deutschland kommen um zu arbeiten.

Der durchschnittliche Monatslohn in Tadschikistan liegt bei 70€. Also man kann verstehen, dass Menschen weg wollen.

Von ca. 10 Mio. Tadschiken arbeiten ca. 2 Mio. Im Ausland. Sehr viele Menschen gehen nach Russland, da Sie dort kein Visum oder ähnliches benötigen.


Da ich ein Teil des Passes Aufgrund von 26 Tunneln die unbeleuchtet bergauf führen, meiden wollte, war ich ganz froh um das Taxi.

Ich fuhr oben auf den Pass und von dort mit dem Rad weiter.

Ich merkte schnell, dass ich eigentlich nicht fit bin. Aber ich habe es so gewollt.

Der Franzose Gitu aus dem Pamir winkte mir aus einem Auto zu. Der ist wohl zu faul um nach Samarkand zu radeln.


Abends fand ich überraschender Weise einen ganz guten Platz in der Nähe der Straße. Überraschen, weil es hier sehr felsig und Schluchtartig ist.

Zudem rief mich per Video der deutschsprechende Tadschike aus dem Taxi an. Aber da war der Franzose im Bild.

Ich war soooo verwirrt und habe das irgendwie überhaupt nicht zusammen bekommen.

Es stellte sich heraus, dass er beim trampen von dem Auto eingesammelt wurde, mit dem ich mitgefahren war. Unglaublich. Und dann haben mich alle zusammen angerufen.

Morgens musste ich zunächst einen Platten reparieren.

Dann radelte ich weitere 88 Km. Leichte Steigung auf und ab. Ganz angenehm. Wetter sonnig aber nicht zu heiß.

Die Landschaft öffnet sich langsam von einer Schlucht zu einem weiten Tal.


Abends wollte ich mich mal waschen und machte meine Wassersäcke voll. Allerdings fand ich im hellen keinen Platz zum campieren, an dem keine Menschen zugegen waren.

Erst im dunkel fand ich einen bescheidenen Platz mitten auf einem Feld. Mit war klar, dass am nächsten Morgen Menschen kommen.


Ich wollte mir zu Essen kochen, aber warum auch immer funktioniert der Kocher nicht. Eine Undichtigkeit. Aber wo, was, wie??? Keine Ahnung. Ich stelle fest, dass mein Gelee in der Tasche ausgelaufen ist und ganz viele Sachen verklebt hat. Sehr schön.

Es ist zudem sehr kalt geworden.


Genervt lege ich mich bekleidet ins Bett und will einfach nur, dass der nächste Tag kommt.

Der beginnt ähnlich anstrengend. Ich komme aus dem Zelt gekrabbelt und schon steht der erste Mann vor dem Zelt und schaut was ich so treibe.

Damit nimmt er mir leider die Möglichkeit kurz pinkeln zu gehen.

Also packe ich so schnell wie möglich. Als das Fahrrad beladen ist, sehe ich, dass ein Reifen platt ist. Aber ich will weg von der Beobachtung und starte mit dem Platten Reifen nur um zu zeigen, ich fahre.

Nach 50 Metern, der Mann ist in eine andere Richtung, steige ich ab, pinkel kurz und fange an das Fahrrad zu entladen. Noch während ich pinkelte kam ein ca. 10 Jahre alter Junge auf einem weißen Esel geritten. Er beobachtete mich dann beim Schlauchwechsel.

Dann Abfahrt. Nach 1 Km hielt ich am Straßenrand an um endlich zu Frühstücken.

Es gibt Tage die sind anstrengender als andere.


Dann ging es weiter. In Panjakent traf ich mich mit Firdavs, dem deutsch sprechenden Tadschiken aus dem Taxi zum Mittag essen. Es war ein unterhaltsames Treffen.

Im Anschluss haben wir uns gemeinsam Sarazm angeschaut. Eine ca. 3000 - 4000 Jahre alte Ausgrabungsstätte. UNESCO Welterbe.

Bronze-, Kupfer-, Steinwerkzeuge, Keramikgefäße und ausgegrabene Wohneinheiten gab es zu besichtigen.

Für das schicke Museum und Anlage hat die UNESCO auf jeden Fall paar Dollar fließen lassen.

Im Anschluss ging es über die Grenze nach Tadschikistan.

Direkt ist die Landschaft komplett flach. Im Tadschikistan sah man immer Berge.

In Usbekistan direkt alles flach.


Man merkt auch direkt, dass Usbekistan sehr viel Wohlhabender ist.

Mehr Verkehr auf den Straßen, mehr Restaurants und einfach mehr von allem.


Usbekistan hat ca. 35 Mio. Einwohner. Die Hauptstadt ist Taschkent und die Währung So'm (1€ ca. 11.000 So'm).

Unnützes Wissen: Usbekistan ist der einzige Binnenstaat der Welt (neben Liechtenstein), der nur von Binnenstaaten umgeben ist.


Meine erste Anlaufstelle war Samarkand.




 
 
 

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