top of page

"Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen, ...

  • Autorenbild: kathrinstahl
    kathrinstahl
  • 9. Juni 2022
  • 3 Min. Lesezeit

08.06.2022, Tag 67, Türkei - Okaköy, 111 Km


ree

... man weiß nie, was man bekommt." Zitat: Forrest, Forrest Gump Jeder Tag ist neu und man weiß eigentlich nie so genau was auf einen zukommt. Wie wird die Landschaft? Wie sind die Straßen? Wie wird das Wetter? Wird alles gut gehen? Man kann die Route planen, aber am Ende ist es immer eine Überraschung. Am Anfang der Reise war es sehr anstrengend, dieses jeden Tag alles neu. Neu orientieren: wo und was kaufen ich ein? Wo bekomme ich Wasser? Wo schlafe ich? Wie wird der Verkehr?... Das alles zu verarbeiten fiel schwer. Keine Routine. Ich habe mir Fotos auf der Kamera angeschaut und konnte mich nicht erinnern wo das war. Jeden Tag die vielen neue Eindrücke ist fordernd. Aber man gewöhnt sich daran. Sich alles zu merken was man sieht, ist nicht möglich. Gerade wenn man mit den Gedanken abschweift, weiß man manchmal gar nicht, woran man gerade vorbei gefahren ist. Es ist auch die Herausforderung, die Spaß macht. Nicht zu wissen was der Tag bringen wird. Es einfach auf sich zukommen zu lassen. Google hilft hier nicht so gut, wie in Deutschland. Z.B. Hatte booking keine Hotels für die aktuelle Stadt. Mit der Zeit und den Erfahrungen die man sammelt, wird man jedoch entspannt. Bisher ist alles gut gegangen. Darauf verlassen möchte ich mich nicht vollends. Die Tage bis zum ersten Hundebiss sind gezählt. Aber man wird entspannter, das Leben fließt und irgendwie geht es immer weiter. Also heute zunächst wirklich richtiges Niemandsland. Keine Felder, Sträucher, oder Verkehr. Einfach nur Straße, Landschaft und ich. Gott sei dank gibt es immer und überall Internetempfang, sodass einem das ein bisschen Sicherheit vermittelt.

Irgendwann von den grünen Hügeln, hat sich die Landschaft zu einer Art Wüste gewandelt. Dann bin ich durch den größten Salzsee der Türkei, der Tuz Gölü, gefahren. War sehr schön. Unter dem See hat man wohl vor paar Jahren riesige Höhlen gefunden die als Lagerplatz für Gas genutzt werden. Danach wurde es wieder hügeliger. Aber die Steigungen waren ok. Allerdings waren mir manche Dörfer etwas suspekt. Sehr abgelegen und ich werde von immer mehr Menschen gewarnt alleine irgendwo für länger zu bleiben oder zu Zelten. Ich werde aber nicht vor Hunden gewarnt, sondern vor Menschen. Allgemein wird gesagt, es gäbe viele Menschen die nicht gut sind und die ganz einfachen, ungebildet, die sich wie Tiere verhalten würden, wären eine Gefahr. Das mit den Menschen die wie Tiere wären, habe ich schon mehrfach gehört. Klingt unglaublich, ist aber so. Da mach ich mir mittlerweile schon Gedanken. Bisher habe ich, außer die außer Rand und Band geratenden Schäfer- und Wachhunde, noch keine schlechten Erfahrungen gemacht. Ich traue mich aber wirklich gerade nicht mehr wild zu campen und bin daher wieder in einem Hotel. Sonst nur nette Menschen getroffen. Ich will auch nicht ungerechtfertigt skeptisch werden.

Habe bei einer kurzen Trinkpause im Nirgendwo von Vorbeifahrenden, die mich auch wieder gewarnt haben, Käse geschenkt bekommen. Ich werde in Zukunft Umwege im Kauf nehmen, anstatt die einsamen Straßen in diese kleinen Dörfer zu nehmen. Die Hirten haben ihre Hunde nicht immer im Griff. Nur in einem Dorf wurde ich aufeinander folgend von 3 Hunden verfolgt. Das ist nervenaufreibend und jeder Sprint zieht Saft. Vor allem scheinen die Tiere auch wirklich zu beißen. Habe gefragt. Sobald ich die Glocken der Schafe höre, bin ich angespannt und schaue nach den Hunden. Wenn ich mal Musik höre, immer nur mit einem Ohr, damit ich die Hunde höre. Sobald ich in die Nähe von einem Dorf komme, mache ich die Musik aus. Und liegt das an einem Hang, mache ich manchmal kurz vorher eine Pause um mit frischer Energie fliehen zu können. Manche Hunde sind unfassbar schnell. Aber alles gut. Wetter war auch ok. Hat irgendwann Gewittert, geregnet und gehagelt. Da lohnt sich der Helm doppelt. Aber alles in Maßen.

Nach dem Regen hat es nach Dill gerochen. Irgendwie zieht die letzten Tage Abends immer ab 18 Uhr schlecht Wetter auf, dass sich die Nacht über hält.

Habe mir heute wieder ein Hotel genommen. Gründe dafür gibt es genug. Ist ok. Song of the day, da mich die Landschaft heute so an den wilden Westen erinnert haben: Sondaschule- Tausche Alkoholsucht gegen Liebe. Es geht darin um Billy, einen Cowboy der besonderen Art.

 
 
 

Kommentare


Beitrag: Blog2_Post

©2022 Agent K on her way. Erstellt mit Wix.com

bottom of page