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Das mit dem Pamir hat sich zerschlagen

  • Autorenbild: kathrinstahl
    kathrinstahl
  • 17. Sept. 2022
  • 4 Min. Lesezeit

17.09.2022, Tag 168, Usbekistan - Bo'ka

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Ich habe das Tadschikische Visum online beantragt. Inklusive der Erlaubnis um den Pamir zu fahren, kostet das Visum 70 €.

Ich wollte mit dem Auto starten, sobald ich das Visum habe.

Ich wartete im Hotel in Osch. Leider kamen keine neue Bekanntschaften, sodass ich mich entschied, eine Radtour von 110 Km ohne Gepäck zu machen.


War echt mal wieder ein richtiger Spaß.

Dann erhielt ich die Nachricht: Visum abgelehnt. Gründe unbekannt.

Ich mietet trotzdem das Auto, da ich auch ohne Visa für 30 Tage einreisen kann. Ich muss dann die Pamir-Erlaubnis extra holen und mich nochmal registrieren. Umstände die man sich hätte sparen können.


Oliver kam bei Sary-Tash nicht über die Grenze nach Tadschikistan, da diese auch eigentlich geschlossen ist. Aber es gibt wohl manchmal Glückspilz die drüber kommen. Oliver schaffte es nicht. Also bot ich ihm an, ihn abzuholen, falls er doch mit dem Auto den Pamir fahren will.

Er wollte mit. Jonas aus dem TES-Hotel bot ich das gleiche an. Er wusste aber noch bestimmte Personen zu kontaktieren, sodass er seine Chancen höher einschätze.


Ich fuhr in Osch Richtung Sary-Tasch los. Der Plan war eigentlich am selben Tag zurück zu sein.

Auf dem hinweg merkte ich schon, dass der gemietete Toyota Landcruiser kaum die Berge hoch kam und maximal auf 80 Km/h kam.

Aber egal, ich kam an. Sary-Tasch liegt auf ca. 3150 m.

Oliver wartete und Jonas kam dazu. Er hatte noch keine Möglichkeit zum Grenzübertritt gehabt und auch keine weiteren Informationen. Diese sollte am nächsten Tag um 10 Uhr da sein.


Daher bot er an, die Übernachtung, eine Tag das Auto und das Abendessen zu zahlen. Wir nahmen es an.

Bis 14 Uhr am folgetag hatte Jonas immer noch keine positive Nachricht zur Möglichkeit die Grenze zu übertreten: also Abmarsch nach Osch.

Auf dem Rückweg riefen wir den Vermieter an, dass das Auto nicht gut fährt. Er sagte, wir sollen in die Werkstatt seines Vertrauens fahren und die lösen das schnell. War natürlich nicht der Fall. Die Dieseleinspritzung auf die Schnelle neu zu justieren gelang nicht.

Also wurde uns ein neuer Toyota versprochen. Wir kamen um 18 Uhr in Osch in der Werkstatt an. Mit dem neuen Toyota kamen wir um 22 Uhr im Hotel an.

Also Grenze zu passieren, war nicht mehr in unserem Sinn.


Oliver hat auf dem Rückweg auch festgestellt, dass er lieber den Pamir verpasst, als 12 Tage im Auto zu sitzen.


Zudem wurde Jonas mitgeteilt, dass er am nächsten Tag die Grenze sehr wahrscheinlich passieren könnte und ein Fahrer in sofort wieder nach Sary-Tasch (185 km, 3 Stunden Fahrt) bringen könnte.

Er überlegte und Währenddessen fand ich eigentlich einfach alles scheiße.

Oliver kommt nicht mit, stundenlang auf das Auto warten nachdem das erste schon nicht gut fuhr, jetzt fällt Jonas weg, ich habe zwei Tage umsonst im Auto gesessen, es ist spät,...


Aber Jonas entschied sich, mit mir die sichere Variante zu nehmen. Von wegen...

Es hat mich aber sehr gefreut, dass er mitkommt.


Wir sind morgen um halb 6 ohne Frühstück los um eine leere Grenze zu nutzen und bis nach Duschanbe zu fahren.

Die Grenze war leer. Trotzdem dauerte der Übergang ca. 1,5 Stunden. Sehr umständlich und viele Stationen. Sprachbarriere, Auto, keine Landeswährung, Fahrzeugkontrolle...

Und ich war alleine, da Jonas als Fußgänger drüber musste. Dafür musste der Arme ewig auf mich warten.


Wir fuhren eine Weile, aßen fein zum Frühstück lecker Camca.

Dann an der tadschikischen Grenze: die Straße die wir in Tadschikistan nutzen müssen, ist gesperrt, da dort Unruhen ausgebrochen sind. Aber wir könnten eine andere Grenze nutzen.

Umweg von ca. 250 Km.


Wir fuhren los, denn was blieb uns?

Nach ca. 2 Stunden Fahrt macht das Auto urplötzlich ganz schlimme Vibrationen.

Wir halten ab, checken die Räder, ist alles fest?? Können aber nichts feststellen. Es kam nicht vom Motor. Eher von unten.


Also mit viel Bammel 30 Km bis in den nächsten Ort gefahren.

Die erste Werkstatt findet das Problem schnell. An der hinteren Kardanwelle ist ein Lager heraus gefallen.

Das Problem kann gelöst werden. Kostet allerdings 250 $ und 2,5 bis 3 Stunden.

Duschanbe zu erreichen war nun schon lange ausgeplant. Aber wenigstens in Tadschikistan einreisen.


Also noch bis zur Grenze gefahren Ankunft ca. 22 Uhr. Aus Usbekistan ausgereist, was wieder umständlich war und ca. Eine Stunde gedauert hat. In Tadschikistan Einreisestempel geholt. Dabei wurden auch die Fahrzeugpapiere angesehen. Es schien kein Problem zu geben.

Doch dann hieß es plötzlich, dass Aufgrund des Krieges, kirgisische Autos nicht einreisen dürfen. Wir Fragen uns zunächst: Krieg? Oder Unruhen? Seut Jahren gibt es immer mal wieder kleine Auseinandersetzungen zwischen Kirgisistan und Tadschikistan. Aber es war kein Krieg.

Doch an diesem Tag scheint tatsächlich Krieg ausgebrochen zu sein.

Wir haben viel Diskutiert, es wurde telefoniert, aber nichts zu machen.

Die Regel gilt ab dem HEUTIGEN Tag.

Ich war sehr enttäuscht, denn damit war klar: ich muss das Auto zurück nach Osch fahren.

Es war mittlerweile halb 12.

Jonas packte sein Fahrrad und fuhr weiter. Das fand ich schon sehr schade, denn die Zeit mit ihm war schön.


Ich reiste stempeltechnisch wieder aus Tadschikistan aus. Und fuhr zur Usbekischen Seite.

Man erinnerte sich an mich und behandelte mich bevorzugt, sodass ich nicht bis zum nächsten Tag warten musste, sondern noch abgefertigt wurde.


Ein langer Tag geht zu ende. Ich fuhr ca. 3 Kilometer von der Grenze weg um mich um 2 Uhr morgens im Auto schlafen zu legen. Auf Hotelsuche hatte ich keine Lust mehr. Aufgestanden um 5 Uhr hatte der Tag einige auf und abs im Angebot. Wie die Tage davor.

Nach dem Trip sind meine Nerven gehärtet.


Leider hatte ich die ganze Zeit kein Internet, weil in Kirgisistan die vorhandene Sim-Karte abgelaufen war und sich für Usbekistan keine gelohnt hätte. Das es so schlecht läuft, war auch wirklich nicht abzusehen.


Als ich morgens wach wurde, war ich erst noch in der Laune, alles daran zu setzten nach Osch zu kommen, irgendwie nach Duschanbe zu kommen und egal wie den Pamir zu sehen.


In anbetracht des Krieges und der abertausenden Zwischenfällen die mich scheinbar abhalten wollen, gebe ich den Plan Pamir nun auf und mache neue / andere Pläne.

 
 
 

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