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Der Pamir-Highway: ein Traum

  • Autorenbild: kathrinstahl
    kathrinstahl
  • 4. Okt. 2022
  • 4 Min. Lesezeit

03.10.2022, Tag 184, Tadschikistan - Chorugh

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Ich bin zurück in Korugh und habe mittlerweile die 10.000 Km für 2022 voll gemacht.


Ich habe bei der kirgisischen Familie auf den 4400m erstaunlich gut geschlafen. Meist schläft man schlecht, wenn man innerhalb kurzer Zeit große Höhenunterschiede überwindet.

Ich bin sehr früh zurück nach Murghab gestartet.

Es war zu Beginn sehr kalt, jedoch schien die Sonne, ich hatte Rückenwind und es ging nur Bergab.


Ich stoppe auch an einer Karawanserei. Dies waren früher Orte an Karawanenstraßen an denen die Reisenden übernachten, sich mit Essen versorgen, ihre Tiere unterstellen oder auch Waren umschlagen konnten.

Richtiges Seidenstraßenfeeling.

Nach ca. 35 Km wechselte der Wind die Richtung und kam wieder von vorne. Trotzdem war ich um 12 Uhr in Murghab.

Der Wind wurde immer ungemütlicher und trug Sand mit sich. Sehr ungemütlich.

Da es noch früh am Tag war, beschloss ich nach Alichur zu trampen.

Ich war die Strecke schon geradelt, die Temperaturen fielen von Tag zu Tag und die Aussicht über 100 Km gegen den Wind zu fahren, motivierte mich nicht.

Nach ca. 1 Stunde hielt ein LKW und nahm mich mit. Ich wollte schon immer mal in einem LKW mitfahren.

Es war warm und gemütlich und man hat als Beifahrer viel mehr Gelegenheit die Umgebung wahrzunehmen. War eine schöne Fahrt.


Irgendwann stoppte der Fahrer, weil es ein Problem gab.

Er stieg aus, hörte ein zischen und wusste recht zeitnah was kaputt war. Erstaunlicherweise dauerte es nur eine halbe Stunde bis er den Schlauch, den er auch dabei hatte, getauscht hatte.

Ich war schon schwer beeindruckt wie schnell er in diesem kalten Sturm den LKW reparierte.

Immer wieder sieht man LKW am Straßenrand stehen und die Fahrer reparieren etwas oder wechseln Reifen.

Technisch und handwerklich ist auf jeden Fall ein gutes Fachwissen und Können notwenig um auf dieser Route bestehen zu können. Die Nerven muss man natürlich auch haben, denn so schnell kommt da keiner zur Hilfe. Sehr interessant.

In Alichur ließ er mich raus und ich hoffte auf ein Hotel, dass ich online gefunden hatte. Aber es war geschlossen. Also übernachtete ich wieder in einem Homestay ohne Dusche, richtigem Klo, Steckdose usw. Ich schlief sehr lange.

Höhe, Kälte und Radfahren macht doch recht müde.


Am Folgetag sollte der letzte Pass über 4000m gemeistert werden.

Leider war die Strecke für ca. 25 Kilometer ohne Asphalt und steinig. Dadurch brauchte ich doch recht lange für die 85 Km über den Koitezek-Pass mit 4272m.

Ziel war ein Hotel mit heißen Quellen in Jelondy.

Es war über den Tag sehr frisch, die Landschaft aber schön.

Ich kam im Dunkeln in Jelondy an und suchte für ca. 45 Minuten das Hotel. Ohne Straßenbeleuchtung und ohne Schilder war es schwierig das richtige Gebäude ausfindig zu machen.

Irgendwann kam ich an und ich wollte nur eine warme Dusche und ein Zimmer für mich. Einfach meine Ruhe haben.


So einfach war es nicht. Zunächst fand ich kein Personal und eine Frau, die ebenfalls Gast war, Quartiere mich in ihrem Zimmer mit 4 weiteren Personen ein.

Dann führte Sie mich zum Schwimmbad. Wieder sehr heiß, alle nackig, Männer und Frauen getrennt. Alles sehr einfach und herunter gekommen.


Zunächst war kein Betrieb und ich freute mich auf entspanntes baden. Aber es war nicht möglich. Die Frauen waren interessiert an mir, sodass schnell 4 bis 5 Frauen dazu kamen und ich mich mit Ihnen unterhielt. Entspannen konnte ich nicht.

Ich merkte, dass es mir bisschen ull wurde von der Hitze. So verabschiedete ich mich schnell um mich kurz im Bett auszuruhen.

Ich lag keine 30 Sekunden im Bett, da wurde ich zum Abendessen gerufen.

Plötzlich saß ich an einem Tisch mit 3 weiteren Personen mitten in der Hotelküche im Gewusel und versuchte das Abendessen, dass einfach nur aus schwer zu kauendem Fleisch bestand, zu bewältigen. Ich schaffte es leider nicht.


Ich hoffte danach ins Bett zu können, aber es wurde noch Musik gespielt. Traditionelle Pamir-Musik wurde auf einem Akkordeon zum besten gegeben. Sehr interessante Musik. Nach kurzer Zeit wurde ich zum Tanzen aufgefordert.

Körperlich total im Eimer versuchte ich die Tanzbewegungen nachzuahmen. Anstrengend aber auch lustig und interessant zugleich. Auf ihre Weisen kamen auch Männer und tanzten mir den Hof.


Nach 2 - 3 Liedern war der Spaß vorbei. Ich setzte mich hin und just in dem Moment verwickelte mich ein 30-jähriger Tadschike ins Gespräch.

Meine Aufnahmefähigkeit für den Tag war kaum noch vorhanden. Er erzählte viel über die Menschen und das Leben im Pamir. Es war interessant. Aber irgendwann war ich kurz vorm einschlafen. Er bemerkte meine Müdigkeit und so konnte ich nun endlich ins Bett.

So nett die Menschen sind und es auch immer super interessant ist, manchmal ist man einfach nur müde.

Ich schlief jedoch sehr gut und am nächsten Tag stand der letzte Tag der Pamir-Tour an. 127 Km bis Chorugh. Da es fast nur Bergab ging, war es kein Problem.

Zudem wurde es mit dem Meter betgab wärmer. Sehr schön.

Irgendwann waren wieder Bäume zu sehen und zu meinem erstaunen ist auch hier der Herbst eingetroffen. Die Blätter schön gelb und Orange.

In Kohrugh angekommen buchte ich mir ein Hotel. Lustigerweise ist Dominik noch im selben Hotel abgestiegen, sodass ich direkt Gesellschaft habe. Zudem ist ein Russe zugegen, der abgepackte Essensrationen des Militärs mit sich führt.

So komme ich schnell und einfach zu einem Abendessen, das tatsächlich ganz gut schmeckte.

Ich bin froh als ich endlich in mein Zimmer kann, dass ich für mich ganz alleine habe. Mit eigenem Bad, einem richtigem Bett, einer richtiger Toilette und einer Dusche, die das Wasser mit ordentlich Druck in der gewünschten Temperatur aus der Leitung ballert. Ach wie schön das sein kann.


Ich könne mir eine Tag Pause bevor ich nach Duschanbe fahre und dort meine weitere Reise plane.


 
 
 

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