Die VAE und meine Zeit in Dubai
- kathrinstahl

- 21. Nov. 2022
- 4 Min. Lesezeit
21.11.2022, Tag 233, VAE - Dubai

Die Vereinigten Arabischen Emirate bestehen aus 7 Emiraten. Zwei der Emirate sind Dubai und Abu Dhabi. Abu Dhabi ist das größte Emirat, die Hauptstadt der Emirate und stellt den Präsidenten. Der Scheich vom Abu Dhabi ist automatisch der Präsident.
Die Regierungsform ist eine förderale absolute Monarchie.
Die einzelnen Emirate sind autonom und werden Gliedstaaten genannt. Jeder Gliedstaat ist eine reine Erbmonarchie.
Es gibt aber auch den obersten Herrscherrat, ein Bundeskabinett, einen Ministerrat, ein Parlament und eine unabhängige Judikative.
Dadurch ist es eine Autokratie mit modernen staatlichen Institutionen.
Den Herrschern ist bewusst, dass Sie nur Ihre Macht behalten, wenn die Bevölkerung zufrieden ist.
Es wird versucht das Land modern mit traditionellen Werten zu gestalten, aber auch die Möglichkeit gegeben, dass jeder Bürger seine eine Meinung kund tun kann. Jedes Emirat bietet dafür regelmäßig offene Madschli Sitzungen an.
Bei kleinen Emiraten nimmt der Emir selbst daran Teil. Der Emir ist ein vom Herrscher ernannter Repräsentant. Bei größeren Emiraten übernehmen enge Familienmitglieder oder Regierungsangehörige diese Aufgabe.
Jeder Bürger kann dort, ohne Umwege über die Bürokratie, sein Anliegen vortragen.
Das Land hat ca. 9,9 Mio. Einwohner und zählt zu den wohlhabendsten der Welt.
Das pro Kopf Inlandsprodukt lag 2020 bei 71.139 USD. In Deutschland waren es 2020 46.252 USD.
Also kann man gut verstehen, warum diese Autokratie funktioniert.
Den Menschen geht es gut und man kann doch recht frei leben.
Nachdem ich ein paar Tage vorwiegend im Bett verbracht habe geht es mir besser.
Im Hostel lerne ich Job aus Uganda kennen.
Er möchte mit mir das Global Village besuchen. Ich willige ein.
Am nächsten Abend fahren wir dorthin.
Das Global Village ist eine Art Shopping-Vergnügungspark.
Alles ist bunt am leuchten.
Die Fläche ist in verschiedene Länder der Welt eingeteilt. Wenn man durch ein Tor z.B. Thailand betritt, befindet sich dahinter ein Markt bzw. Basar. Z.T. mit Produkten, Souvenirs und Speisen aus Thailand. Im wesentlichen aber einfach irgendwelche Stände für Kleidung und sonstigen Kram.
Auf einer Bühne gibt es Aufführungen von Tänzen zu verschiedenen Länderspezifischen Themen. So haben wir russische Tänze gesehenen und eine Art Musicalensemble zum Thema London Calling. Sehr interessant und unterhaltsam.
Im VAE-Bereich gab es ebenfalls traditionelle Tänze zu bewundern.
Ein kleiner Park mit Kirmes-Fahrgeschäften bringt auch noch Spaß.
Wie laufen herum, fahren ein wildes Fahrgeschäft, essen und trinken was feines.
War ganz nett, obwohl der Ort natürlich völlig drüber war.
Zu meiner Unterhaltung buche ich mir am nächsten Tag noch eine Wüstentour. Mit großen Autos sinnlos in der Wüste herumzuheizen, reizt mich doch sehr.
Um 14:30 Uhr werde ich von meinem Safari Guide Khalifa mit einem weißen Toyota Landcruiser, Baujahr 2019, abgeholt.
Wir fahren zum ersten Programmpunkt. Kamelreiten. Es war ziemlich bescheuert.
Man steigt auf einem Parkplatz auf ein Kamel, reitet für 5 Minuten über einen Parkplatz, entlang der Straße zum ersten Sandhaufen der zur Wüste gehört. Dort macht der Kamelführer Instagramtaugliche Fotos. Dann reitet man die 5 Minuten über den Parkplatz zurück. Naja, touriprogramm halt.
Danach kommt endlich das, wofür ich die Tour gebucht hatte.
Mit dem Auto geht es in die Dünen. Der Fahrer hat den Reifendruck auf 1,3 Bar reduziert.
Dann fährt und surft das Auto die Dünen rauf und runter. Seitlich schlittern wir die Sandberge hinab. Riesige Sandwellen werden produziert. Fantastisch. Sehr steile Passagen stützt man sich herunter.
Ich kann verstehen warum das deren Hobby hier ist. Ein richtiger Spaß ist das.
Das sind Fahrkünste die ich auf jeden Fall nicht beherrsche. Irgendwann mittendrin hält man an um Sonnenuntergangsbilder zu machen und bei Bedarf kann man mit einem kleinen Surfboard die Dünen herunter zu brechen.
Der Guide könnte auch als professioneller Fotograf arbeiten, da er mich in allen erdenklichen Posen ablichtet. Sehr schön.
Mit Kompressoren, die jeder Fahrer im Auto hat, werden die Reifen wieder befüllt. Ein Teilstück Straße, dann nochmal lustige Wüstenfahrt bis zu einem Camp mitten in der Wüste.
Dort gibt es ein sehr großes und leckeres Buffet sowie Softdrinks, Tee und Kaffee soviel das Herz begehrt.
Es gibt 2 Bauchtänze, einen speziellen Dreh-tanz von einem Mann performt und eine Feuershow.
Da malen eines Hennas sowie die Möglichkeit ein Foto mit der Falken-Dame Natascha zu machen, stehen zur Verfügung.
Danach Abfahrt zurück ins Hostel. Ein sehr schöner Ausflug.
Tags darauf treffe ich mich mit Julia und Tillmann die von ihrem Rückweg aus dem Oman nochmal in Dubai vorbeischauen, damit wir uns treffen können.
Wir verbringen die meiste Zeit entspannt am Strand und unterhalten uns.
Später fahren wir mit der Metro in die Altstadt, die komplett anders ist.
Dort leben sehr viele Pakistaner und Inder. Es gibt normale Wohngebäude und viele kleinen, bunte Geschäfte mit allerlei Kram, so wie es wahrscheinlich sonst im Land aussieht.
Günstige Imbisse laden zum essen ein.
Es gibt auch einen renovierten Teil der aussieht wie eine Filmkulisse mit den ursprünglichen Gebäuden. So wurde wohl früher tatsächlich in der Wüste gebaut. Mit Lehm anstatt Zement.
Sehr anschauliche gestaltet.
Die Altstadt liegt am Dubai Water Canal. Dort gibt es Wassertaxis. Holzboote die im wesentlichen vom Einheimischen genutzt werden.
Danach geht jeder seiner Wege.
Zwei Tage später treffe ich mich mit Julia am Dubai Frame. Ein großes Gebäude das aussieht wie ein Bilderrahmen.
Den Eintritt für 14 € sparen wir uns.
Wir wollten eigentlich im öffentlichen Park drumherum chillen. Selbst der kostet Eintritt. Zwar nur 5 AED (also 1,40 €), aber ist uns zu doof.
Also setzten wir uns in ein Café und trinken Kaffee, Limo und schnabulieren Kuchen zu erstaunlich günstigen Preisen.
Man muss in dieser 2 Klassenstadt eben schauen wo die "zweite" Klasse ihre hood hat. Viel besser und normaler da.
So verquatschen wir schön den Mittag.
Nachmittags trennen wir uns. Ich gehe einkaufen und bereite mich auf Dienstag vor. Endlich fahre ich weiter.
Habe jetzt 2 Wochen hier verbracht. War eine Art Urlaub vom Reisen. Sehr entspannend.
Übrigens feiere ich die Po-dusche.
Neben den Toiletten ist immer ein Schlauch mit einem Duschkopf um sich den Po sauber zu machen.
Da ist soviel Druck drauf, dass der boppes danach blitzblank ist. Danach fühlt man sich richtig sauber und schön frisch.
Unerwartete Weise hat mir Dubai sehr gut gefallen. So eine bunt zusammengewürfelte Bevölkerung kennt man so nicht und alles ist ein bisschen drüber.
Allerdings gibt es auch sehr starke Unterschiede zwischen Arm und Reich. Alleine diese unterschiedlichen Stadtviertel. Die eine bling bling, teuer und irgendwie unreal. Die anderen chaotisch, voll, günstig und voll echtem Leben.
Und überall so gut wie keine Araber.


























































































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