Dubai - die Stadt die überall auf der Welt sein könnte
- kathrinstahl

- 15. Nov. 2022
- 5 Min. Lesezeit
15.11.2022, Tag 227, Vereinigte Arabische Emirate - Dubai

Ich muss zugeben, dass mich Dubai doch fasziniert.
Dubai wurde im wesentlichen neu erschaffen und das in der Wüste. Alle Gebäude sind neu und modern. Unzählige Wolkenkratzer ragen in den Himmel. Der Burj Khalifa, das mit 828m aktuell höchste Gebäude der Welt, ist dabei das beeindruckendste.
Von weitem ragt es wie eine gigantische Nadel in den Himmel und lässt alle umliegenden Gebäude klein erscheinen. Dabei hat Dubai weltweit die Größte Anzahl Wolkenkratzer, die über 300m hoch sind.
Dafür das Dubai so neu und modern erscheint, wurde es nicht besonders klug geplant. Die Gebäude und Straßen sind immer Abschnittsweise errichtet. So kam ich zu Beginn z.B. im Stadtteil Jumeirah Beach unter.
In diesem gibt es das Viertel Marina. Eine Art künstliche Bucht umringt von Gebäudekomplexen inkl. Restaurants, Geschäften und natürlich einer Mall.
Alle Wege sind in diesem Bereich gut angelegt.
Das Hostel lag im 17. Stock des Murjan 1. Murjan ist ein Gebäudeensemble aus 6 ähnlichen Hochhäusern mit zugehörigen Parkhaus in den 3 Kelleretagen.
Nahe dazu ist der JBL. Das ist ebenfalls ein Viertel komplett zusammengehörend entwickelt. Inkl. Hotels, Strand und alle was das Touristenherz begehrt. Eine reine Halli Galli Zone rund um den Strand. Man kann dort einen Wasserpark besuchen, Skydiven, Rundflüge machen und und und.
Aber es ist immer nur in den Vierteln sinnvoll als Insel geplant. Von Viertel zu Viertel besteht keine vernünftige Verbindung.
Durch diese künstlich geschaffenen Viertel sieht zudem alles wie ein Resort aus. Neu und glatt.
Es gibt keine Geschichte.
Es ist sehr sauber und ordentliche. Was schön ist, aber keinen Flair hat.
Was bei der Stadtplanung völlig außer acht gelassen wurde sind Fußgänger, Radfahrer und öffentliche Verkehrsmittel.
Man kommt zu Fuß schlecht voran.
Wege enden, Straßen können nicht überquert werden, Parkplätze und Autostraßen kommen in die Quere oder es sind lange umständliche Wegführungen zu bewältigen um ein Ziel zu erreichen.
Wenn man herumschlendern will und hier und da einen Kaffee trinken möchte, sollte man sich eine andere Stadt suchen.
Es gibt einfach keine Cafés am Wegesrand.
Alles ist auf innen und Autos ausgelegt.
Es gibt 6 spurige Straßen (6 Spuren pro Richtung), die die verschiedenen Zentren verbinden.
Z.B. War mein zweites Hostel über 50 Km vom Flughafen, der relativ zentral liegt, entfernt. Zum Glück ist Taxifahrem nicht so teuer.
Zwischen den Zentren liegt oft Brachland oder alte verfallene kleine Häuser. Die Stadt ist sehr lang gezogen und am einfachsten ist es wirklich mit dem Auto.
Es gibt auch eine Metro, eine überirdische Bahn, die jedoch gar nicht mal so stark genutzt wird.
Das berühmte Hotel, das teuerste der Welt, dass an ein Segel erinnert, liegt völlig zufällig an einem Strand ohne Anschluss an die Stadt. Wenn man das Hotel verlässt ist da hässliches Industriegebiet und Wüste. Aber es ist egal, da sich alle nur mit dem Auto fortbewegen.
Es gibt zahlreiche Shoppingmalls in denen man alles findet was man braucht, aber außen ist man auf einsamer Flur.
Sicherlich wird dies mit der Hitze, die hier die meiste Zeit vom Jahr herrscht, zusammen hängen.
Wenn man wollte, könnte man sich die komplette Zeit im Inneren aufhalten.
Z.b. ist die Metro direkt über einen klimatisierten Weg mit der Dubai Mall verbunden.
Vom betreten der Metro bis zum verlassen am Abend war ich nicht draußen und alles klimatisiert. Man vergisst schnell, dass man eigentlich in einer Wüste ist.
Aktuell sind die Temperaturen mit ca. 32°C aber sehr angenehm.
Was ist nun so besonders?
Die Stadt lebt von Ausländern. Man sieht Menschen aus allen Herrenländern dieser Welt, aber kaum Araber. Viele Pakistaner, Inder, viele Schwarzafrikaner, Nordafrikaner, Europäer, Russen und einfach alle die Arbeit und ihr Glück suchen.
Dubai hat nur 3 Mio. Einwohner von denen nur 15 % tatsächlich aus den Emiraten stammen.
Die Araber haben ihre eigenen Restaurants und Treffpunkte, bei denen sie unter sich bleiben.
Man sieht wirklich kaum welche.
Die Stadt erscheint, als wäre Sie nur gebaut um Geld zu verdienen und es auch wieder auszugeben.
Durch die fehlende Geschichte und Kultur sowie die vielfältigen Einwohner, könnte die Stadt überall auf der Welt sein.
Interessanterweise gehört Dubai mit jährlich ca. 15 Mio. Besuchern zu der viert meistbesuchten Städten der Welt
Ganz schön viel für nur 3 Mio. Einwohner von denen nur 15 % Einheimische sind.
Istanbul hat ein ähnlich großes Touristenaufkommen, hat selbst aber auch 16 Mio. Einwohner.
Das schöne für mich ist, nach den ärmeren -stan Ländern, dass wieder alles verfügbar ist. Der erste Supermarktbesuch erschien mir wie der Himmel. Die Regale sind reich gefüllt und wie bei uns in Deutschland, haben die Märkte alles im Programm was man möchte.
Aber Dubai ist auch teuer. Manche Dinge im Supermarkt sind so unverhältnismäßig überteuert (Kellogs 9 €), dass man aufpassen muss, was man kauft.
Die Währung ist übrigens der Diram. 1 € sind ca. 3,70 AED.
Auch ist z.B. der Besuch des Burj Khalifa mit über 50 € für die Stockwerke 124 + 125 kein Schnäppchen.
Das Gebäude hat 154 Stockwerke (+ 9 zur Instandhaltung).
Dubai liegt übrigens am persischen Golf, der mit 4% Salzgehalt überdurchschnittlich salzig ist.
In Dubai trällert wieder regelmäßig der Muezzin sein Ruf zum Gebet. Allerdings klingt es hier sehr schön, harmonisch und beruhigend.
In der Türkei war es meist doch sehr laut und störend. Hier ist es entspannend wenn gesungen wird.
Ich habe in Dubai noch nicht viel gemacht.
Ich kam aus Tadschikistan hier an, war total übermüdet und habe den ersten Tag im Hostel verpennt.
Nur Abends habe ich mir lecker italienisch gegönnt und bin ein wenig in der Marina herumgelaufen.
Am ersten Tag besuchte ich die Dubai Mall und den Burj Kalifa.
Die Dubai Mall ist obszön groß und beherbergt neben drölf trilliarden Geschäften ein gigantisches Aquarium inkl. Haien und Stachelrochen auch eine richtige Eisbahn.
Der Burj Khalifa ist wirklich unreal groß. Richtig verrücktes Teil.
Ich fühle mich schon seit Tagen krank, also beschließe ich mich am nahe gelegenen Strand auszuruhen.
Für Freitag war mein Flug nach Nepal geplant.
Ich fuhr an den Flughafen, 3/4 Stunde für den check-in angestanden, teilte man mir mit, dass das Fahrrad nicht ausreichend verpackt wäre. Für die anderen 2 Flüge hatte es gereicht.
Also lasse ich es mit der Folie umwickeln und stelle mich nochmal an. Wieder 3/4 Stunde warten.
Dann möchte die Fluggesellschaft 290€ extra für das Fahrrad berechnen. Unverschämt. Vorher hatte es einmal 60€ und einmal 90 € gekostet.
Ich finde das so frech, dass ich den Flug verstreichen lasse. Ich hatte vorher versucht ein Ticket für das Fahrrad zu buchen. Leider erfolglos.
Zudem schließt der Check-in, die zweite Wartezeit aufgrund des verpackens, hat jeglichen Puffer zur eventuellen Diskussion aufgezehrt.
Frustriert buche ich mir wieder ein Hostel.
Ich denke mir: gut, dann hast du Zeit dich endlich mal auszukurieren, da ich mich seit über 2 Wochen schon krank fühle.
Es hilft nichts, ich gehe zum Arzt.
Er verschreibt Antibiotika und noch drei weitere Medikamente.
Ich bleibe noch bis mindestens Sonntag.
Nepal habe ich zunächst ausgeplant. Ich werde direkt in den Oman radeln. Vielleicht fliege ich nochmal von Deutschland direkt nach Nepal.






























































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