Holpriger Start und schönes Ende
- kathrinstahl

- 3. Sept. 2022
- 3 Min. Lesezeit
03.09.2022, Tag 154, Kirgistan - Toktogul

Tag 1 - wrong turn
Morgens bin ich schön entspannt losgerollt. Teer, leicht Bergab und kaum Verkehr.
So war ich 35 Kilometer unterwegs.
Dann wunderte ich mich über das angezeigte Höhenprofil im Navi. Da sind mehr gelbe, orangene und rote Steigungen im Anmarsch, als ich es geplant hatte.
Fehler schnell gefunden: morgens falsche Route geladen. Also 15 Kilometer zurück. Auf harte Steigungen habe ich echt keine Lust mehr.
Die Strecke war aber schön. In einer Schlucht mit roter Felsen, direkt an einem Fluss mit grünen Bäumen. Ein stetig schönes Bild zum anschauen.
In die richtige Straße abgebogen. Auf den vorhandenen Karten sieht es aus wie eine Hauptverbindungsstraße. Man erwartet Teer und Verkehr.
Aber es ist Sand, Schotter und nichts los. Und immer wieder Waschbrett. Leichte Steigung für ca. 155 Km.
Bei der Planung dachte ich, leicht zubfahren. Aber da war ich von Teer ausgegangen.
Aber egal. Es ist hübsch hier am Fluss Susamyr in einem Tal. Da Wetter sonnig und angenehm. Dann dauert es halt einfach einen Tag länger.
Abends einen schönen Platz unter Bäumen direkt am Fluss gefunden. Man hört den Fluss rauschen und plötzlich kam Abends ein reger LKW-Verkehr auf.
Leider waren die leer. Leider, weil die dann brettern und scheppern bei den holprigen Straßen.
Aber der Verkehr legte sich und ich konnte wie ein Baby schlafen.
Tag 2 - nichts berauschendes zu Berichten
Sehr gut geschlafen und entspannt wieder in die leichte Steigung.
Sonne, angenehme Temperaturen, leichte Steigung, Schotter, Sand, Waschbrett.
Ist soweit anstrengend, da man nicht so schnell vorwärts kommt und man ständig nur versucht die am wenigsten holprige Spur zu finden. Hände schmerzen vom festhalten.
Aber nicht so dramatisch. Es macht immer noch Spaß.
Ich habe heute an einer Ortlieb-Tasche 2 Schrauben verloren. Eine hatte ich schon paar Tage eher verloren. Jetzt hielt nichts mehr. Aber à la Mac Gyver habe ich mir mit Kabelbindern zu helfen gewusst.
Zunächst im Tal zwischen steilen Bergen. Meist mit Gras bewachsen. Irgendwann öffnete sich das Tal und eine große offene recht flache Fläche tat sich auf. Es kamen auch zwei kleinere Ortschaften.
Zu spätere Stunde kam Gegenwind dazu. Der war natürlich auch etwas anstrengend. Aber mit Musik im Ohr auch das machbar.
Gegen Abend dann, tatsächlich war die Straße plötzlich geteert, stellte ich fest, dass sich die Suche nach einem Campingplatz schwierig gestaltet. Starker Wind, keine schützenden Bäume o.Ä. und auch kein Fluss für Wasser. Also so lange gefahren wie möglich um was zu finden. Um kurz vor acht einen Platz neben einem kläglichen Bach gefunden. Eher Typ Pfütze. Also zum trinken und waschen ungeeignet. Aber es war schon recht dunkel.
Zelt aufgebaut und schnell rein bei dem ungemütlichen Wind.
Zum Glück hatte ich gestern vorgekocht. Gewaschen habe ich mich ganz arm mit drei Tropfen Wasser und einem Waschlappen. Muss Wasser sparen bis ich morgen an einen gescheiten Fluss komme.
Tag 3 - der Tag an dem ich 2 Snickers aß
Ich stand auf, packte und wollte zeitig los, da ich viel Strecke zu machen hatte.
Ich stellte fest, daß ca. 50m vom kläglich Bach ein gescheiter Bach vorhanden war. Also Wasserversorgung doch noch früh gelöst.
Zum Frühstück gab es eine zu kleine Portion Müsli. Um die kleine Portion auszugleichen, zum Nachtisch ein Snickers.
Ich fuhr bei Sonne los und wieder hatte ich leichte Steigung.
Der Teer war top, der Verkehr wenig. Es wurde mit zunehmender Höhe frischer und ich merkte, dass ich wirklich mal einen Tag Pause brauche. Nun schon der 10. Tag in Folge ohne Pause.
Meine Hände schmerzen und irgendwie nervte mich die immer gleiche Haltung auf dem Rad.
Die Hände schmerzen an der Auflagefläche am Lenker. Brauch einfach ne Pause.
Na jedenfalls waren die letzten 10 Km bis zur Spitze ein wenig quälend. Es war zwar bisschen steil, aber eigentlich ok. Ich merke einfach, dass ich gerade keine Lust mehr habe, mich anzustrengen. Immer bergauf mit dem Gepäck kann nerven.
Irgendwann kam, wie immer vor Kuppen, ein starker kalter Gegenwind auf. Der hat mich zusätzlich auf dem Zahnfleisch gehen lassen. Ich hielt doch relativ oft an und ich schob mir ein zweites Snickers rein. Meine Einkäufe neigten sich auch dem Ende.
Irgendwann endlich auf dem Alabel Pass auf 3175m angekommen.
Oben war es typisch Kirgistan. Rundherum trockene Grasflächen auf Bergen, Pferde, Kühe und Schafe. Ein paar Yurten, in der Sonne glitzernde Bäche aus den Bergen und der Blick auf hohe Gipfel mit Schnee. Einfach schön.
Und dann kam das Beste: 60 Km Abfahrt.
Auf super Teer, wenig Verkehr und einem sehr tollen Gefälle. Ich konnte die meiste Zeit einfach rolle lassen. Ich kam max. auf 69,8 Km/h.
Es war sehr schön. Oben noch karge Landschaft, dann schroffe Felsen, grüne Wiesen... wie in den Alpen. Es wurde auch zunehmend wärmer.
Die Strecke verlief von 3175 m auf 960m. Richtig top.
Am Ende des Tages habe ich 127,8 Km zurück gelegt.
Im Tal angekommen suchte ich mir ein Hostel für zwei Tage. Und dann geht es auch schon wieder weiter Richtung Süden.










































































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