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Ich war schreibfaul

  • Autorenbild: kathrinstahl
    kathrinstahl
  • 7. Sept. 2022
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 16. Feb. 2023

07.09.2022, Tag 158, Kirgisistan- Kochkor-Ata

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Zugegeben, die letzten Tage war ich irgendwie wenig motiviert zu schreiben. Ich war einfach mit den Gedanken woanders.


Am freien Tag in Toktogul habe ich fast nur im Gästehaus gehangen und am Computer gesessen. Und mit meiner besten Telefoniert.

Ich habe das Aserbaidschan Visum nochmal beantragt, habe das Tadschikische Visum beantragt und musste feststellen, dass ich das iranische Visum ebenfalls nochmal beantragen muss. Es läuft leider bald schon ab.

Zudem habe ich nach einer Möglichkeit gesucht, den Pamir Highway zu fahren.


Mit dem Fahrrad alleine traue ich mich nicht. Zudem wäre es Streckentechnisch echt richtig hart. Schlechte Straßen, kaum Versorgung unterwegs, richtiges Niemandsland und das alles bei über 4000 hm, Gesamtstrecke ca. 1300 Km.

Mit dem Gepäck auf dem Fahrrad muss ich zugeben, wie ich jetzt in Kirgisistan festgestellt habe, ist mir zu hart. Hätte die Tour vor Kirgisistan machen müssen.

Wenn man als Paar unterwegs ist, sowie gefühlt 95% der Radfahrer, hat man pro Person erheblich weniger zu schleppen. Dann könnte ich mir die Tour vorstellen.


Na jedenfalls habe ich geschaut ob man Autos mieten kann oder eine Tour buchen kann. Tour habe ich bisher noch keine positive Rückmeldung. Also bleibt nur Auto.

In der WhatsApp Gruppe mit ca. 450 Mitgliedern von Radreisenden gen Osten nachgefragt ob jemand mitfahren will: keiner interessiert.

Ich überlege jetzt noch, ob ich den invest bereit bin zu zahlen, oder nicht.

Toyota Landcruiser 100$ pro Tag. Von Osh nach Osh ca. 2000 Km.

Ich bräuchte ca. 2 Wochen. Also schnell irgendwas zwischen 1500 und 2000 € die der Spaß kostet. Aber jetzt bin ich hier. Mal sehen. Ich muss zunächst in Osh ankommen.

Nach meinem freien Tag ging es weiter. Die Hitze macht es anstrengend. Bis zu 37°C. Und immer wieder Anstiege.

Wenigstens sind die Straßen gut.

Ich bin ca. 70 Km um das Toktokul Reservoir zu einem Hotel gefahren.


Das Hotel war vielleicht merkwürdig. Leider gab es weit und breit keine andere Übernachtungsmöglichkeit. Zelten an dem See war auch nicht gescheit möglich.

Alles war erleuchtet, aber das klapprige Eisentor mit einem Seil zugehalten. Andere Länder andere Sitten - habe das Tor geöffnet und bin zum Haupthaus gefahren. Die Damen die dort Wäsche machten und kehrten bestätigten mir, dass das Hotel geöffnet ist.

Also rein und Zimmer genommen.

Die Frau an der Rezeption sieht bisschen aus wie halbtot oder krank, verhält sich auch so, aber es ist spät und ich habe keine andere Option.

Das Zimmer sauber aber die Toilettenspülung funktioniert nicht und auch sonst ist der Zustand dürftig.

Die Zimmertür schaut aus, als hätte mal jemand mit Gewalt versucht Sie zu öffnen, abgebrochener Fenstergriff, kein Duschvorhang...

Immerhin hängt an der Wand ein 3D-Delfin-Bild. Das macht einiges wieder wett.


Es gibt immerhin ein Restaurant.

Ich stelle fest: ich bin der einzige Gast.im Hotel. Aber überall wird gekehrt, im Garten gearbeitet, Wäsche aufgehangen...

Eine Köchin ist auch da, also bekomme ich für ca. 4,50 € Salat, eine Kanne Tee, Brot und Fisch mit Pommes.

Das war sehr fein.


Das Hotel erinnert mich an Dirty Dancing, nur das die guten Jahre jetzt vorbei sind. Es gibt einen Außenpool der nur halbvoll ist, überall sind die Wege mit Lampen beleuchtet, die aber zuwuchern und z.T. nicht funktionieren, es gibt vor dem Restaurant einen überdachten Restaurantbereich mit riesigen, runden Tischen. Die Stühle sind alle hochgestellt. Es gibt sogar eine kleine Bühne.

Ich finde den Ort merkwürdig und fast unheimlich und bin froh wieder weg zu sein.

Morgens gab es kein Frühstück.

Ich wollte noch Fotos machen, aber einer der Personen die kehrt, war dann zugegen und wollte mir noch mit dem Tor helfen, da war irgendwie nicht der Moment für Fotos. Auf jedenfalls existiert dort eine Parallelwelt.

Preis: 2000 Som / ca. 25 €.

Ein Gästehaus kostet ohne Frühstück I.d.R. 500 Som / 6,20 €.

Inkl. Frühstück meist 800 Som / 10 €.

Der folgende Tag war wieder anstrengend, da die Sonne so heiß ist. Erst ein etwas längere Anstieg vom See weg. Dann eine etwas längere Abfahrt, bis zum Tal mit dem Naryn Fluss.

Dieser hat eine wunderschöne Farbe. Total das intensive blau.

Der Fluss verläuft in einer Schlucht und am Rande der Schlucht verlief die Straße.

Es war sehr hübsch, aber auch anstrengend, da es ständig auf und ab geht.

Am Abend kam ich an eine flache Stelle mit ein paar Bäumen direkt am See bzw. am aufgestauten Fluss gelegen.

Die warmen Temperaturen machen auch wieder Lust auf waschen in freien Gewässern. Also Abends gebaded, gekocht und ab in die Falle.

Den nächsten Tag mit einer Runde schwimmen in dem klaren blauen See gestartet. Es war so schön. Ich hätte länger schwimmen können, wenn nicht mal wieder eine Herde Ziegen und Schafe vorbei getrieben worden wäre und ich nackig war. Also schnell raus und anziehen. Aber trotzdem. Schöner hätte der Tag kaum starten können.


Wieder sind die Temperaturen bei 37°C. Also heiß. Heute aber kaum Anstiege. Also komme ich gut vorwärts.


Ich hatte in dem einen Hotel eine kirgisische Frau kennen gelernt, die perfekt deutsch konnte. Sie war mal Deutsch Lehrerin und arbeitet jetzt als Reisebegleitung.

Erstaunlicherweise lernen hier viele Menschen in der Schule Deutsch. Russisch wird so oder so gelernt. Danach können die Schüler zwischen Deutsch und Englisch wählen. Manche wählen Deutsch. Warum auch immer. In der Regel reichen die Kenntnisse nicht weiter wie Hallo, Tschüss, die Zahlen, bitte, danke usw.

Es wäre viel sinnvoller englisch zu lernen. Aber gut. So höre ich immer mal wieder paar deutsche Wörter von den Menschen hier. Ist ja irgendwie lustig.


Heute verlief ein Teil der Strecke an der Usbekischen Grenze. Da komme ich bald durch. Erst mal in Osh ankommen.


Abends gab es nur eine gescheite Möglichkeit zur Übernachtung. Die Besiedelungen hier ist dicht, also schwierig Campingplatz zu finden. Also steuerte ich das einzige Hotel, dass sich sogar Resort auf die Fahne geschrieben hat, an. Ich war bereits darauf eingestellt 8000 Mark zu zahlen. Die Duschebistbes mir aber wert. Wer am Tag ca. 4 - 5 Liter Flüssigkeit trinkt und nur einmal pinkeln geht, sollte duschen.


Aber, oh wunder, es kostet nur 1850 Som / 23 € und ist somit günstiger als das gruselhotel. Das beste: Abendessen und Frühstück sind inkludiert. Was will man mehr?

Zum Abendessen gab es Manti. Teigtaschen.

Also alles gut.


 
 
 

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