In Osch angekommen
- kathrinstahl

- 12. Sept. 2022
- 3 Min. Lesezeit
12.09.2022, Tag 163, Kirgisistan- Osch

Irgendwie haben sich die letzten Tage gezogen.
Ständig Berge, die Hitze, schmerzende Hände und irgendwann ein schmerzenden Arsch haben sich die 450 Km ewig anfühlen lassen.
Im Hotel gut geschlafen und zeitig gestartet. Mit der Hitze und einem zwischendurch herausgesprungenen Bremsseil habe ich die geplanten 100 Km zu einem Campingplatz der in iOverlander empfohlen wurde, nicht geschafft.
Die Strecke war eigentlich ok, nur hat die Hitze mir das Leben wieder schwer gemacht und mich zu vielen Pausen gezwungen. Aber so richtig motiviert bin ich gerade nur soweit, dass ich einfach nur ankommen will.
Mittlerweile ist viel Verkehr. Aber es stört mich nicht so. Anstrengend ist, dass ich 98% der Autos die vorbeifahren, grüßen muss. Ich werde den ganzen Tag zum Gruß angehupt. Oder die Leute winken einfach so.
Ich versuche immer freundlich zurück zu winken, aber gerade wenn es in der Sonne bergauf geht, grüße ich nicht. Da habe ich dann einfach keinen Sinn für.
Nach dem letzten fordernden Anstieg war endlich Abfahrt angesagt. Gerade als ich in Schwung komme, macht die Vordere Bremse plötzlich gar nichts mehr und hinten bremst es dürftig. Es wird gerade steil, aber ich kann noch mit seeeeeehhr langem Bremsweg zum stehen kommen.
Vorne ist einfach das Bremsseil im Hebel aus der Befestigung raus. Wie auch immer das passiert.
Hinten sind "nur" die Beläge abgefahren.
Naja, Probleme innerhalb von 30 Minuten gelöst. Weiter geht's.
Da es schon dämmert suche ich mir einen Platz in der Nähe der Straße, im Feld an einem Bach.
Ach wie toll doch so ein kleiner Bach zum waschen sein kann.
Es macht mir schon viel Spaß mich in Flüssen, Bächen und Seen zu waschen, auch wenn es manchmal kalt ist. Danach fühlt man sich so herrlich frisch und man weiß es eben viel mehr zu schätzen, als eine Dusche. Und duschen ist auch schon was ziemlich feines.
Man kann sich über die kläglichsten Wasserstellen wie ein Keks freuen. Wasser ist einfach essentiell.
Morgens herrschte leider viel Betrieb um mein Zelt herum, da viele Leute auf dem Weg zur Feldarbeit, Tiere hüten usw. meinen Schlafplatz passieren mussten.
Also schnell die sieben Sachen gepackt und los gefahren. Endlich stand die Ankunft in Osch an.
Gar nicht mal ein so besonderer Ort, aber für mich fühlt es sich unglaublich an.
Bevor ich die Radtour startete, schaute ich häufig auf die Karte und konnte mir einfach nicht vorstellen, wie es dort ist oder das ich überhaupt jemals mit dem Rad dort ankommen könnte.
Zwar ist die Tour anders verlaufen als geplant, aber trotzdem bin ich begeistert.
Zudem soll es mein Tor zum Pamir Highway werden.
Das Auto zu mieten ist immer noch geplant. Der Vermieter bot mit 90$ pro Tag an und sagte, ich könnte es in 10 - 12 Tagen schaffen. Mal sehen.
Ich warte noch auf das tadschikische Visum. Wenn es da ist, starte ich. Leider hatte ich tagelang Probleme es zu bezahlen, weshalb ich jetzt drauf warten muss.
Osch hat ca. 250.000 Einwohner. Mitten in der Stadt steht ein heiliger Berg. Der Berg Suleiman-Too auf dem eine kleine Moschee gebaut ist, da dort Spuren des Propheten Salomon gefunden wurden.
Auf Empfehlung habe ich mich für das TES-Hotel entschieden. Gute Wahl.
Zentral gelegen, aber total ruhig mit großem, grünem Garten, super Frühstücksbuffett und auch günstigen Schlafsäälen.
Zudem direkt bei der Ankunft Radfahrer kennen gelernt. Eine Deutsche, ein Schweizer, ein Israeli und drei Franzosen. Unglaublich.
Mit dem Schweizer und dem Israeli habe ich wirklich einen schönen Tag und zwei schöne Abende verbracht.
Zudem, man glaubt es kaum, war auch Oliver für einen Abend am Start. Der hing hier noch fest.
Leider sind alle zur Weiterreise aufgebrochen und ich muss jetzt alleine auf mein Visum warten.
Egal. War eine schöne Zeit.
Ich war zwei mal auf dem Basar. Eine riesige Fläche mit verwinkelten wegen und tausenden Geschäften. Es gibt wohl alles. Man muss nur suchen. Habe mit sinnlose Souvenirs gekauft, damit ich noch mehr Gepäck habe.
Sonst gibt es nichts zu berichten. Alles gut soweit.






























































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