Merhaba aus Byzanz
- kathrinstahl

- 25. Mai 2022
- 3 Min. Lesezeit
25.05.2022, Tag 53, Türkei - Istanbul, 0 Km

Merhaba heißt Hallo und Byzanz ist ein früherer Name der Stadt.
Die Stadt ist verrückt.
Laut, chaotisch, voll. Tausende Gassen, tausende Menschen. Hupen, Roller, Ruf zum Gebet. Weltstadt. Bunt. Alles was man braucht und davon viel.
Der Plan war eigentlich heute zu entspannen. Gelang mir semi gut. Zunächst habe ich mein Fahrrad beim nächst gelegenen Fahrradladen abgegeben um die Kette tauschen zu lassen, die Bremsbeläge zu erneuern und eine Inspektion machen zu lassen.
Danach bisschen rumgelaufen und einfach mal schauen wie es hier so ist.
War am Ufer und bin dann Richting Galataturm gelaufen.
In den Straßen rund um den Turm sind die Straßen mit Geschäften gesäumt die mit allem was man braucht dienen, aber immer zum ähnlichen Produkt.
Also z.B. ein paar Straßen nur für Zubehör für Boote, wie z.B. Seile, Farbe, Netze, Ketten, Arbeitskleidung... Oder eine Straße nur mit Dübeln und Schrauben. Abschnitte in denen es Lampen aller Art gibt, oder Musikinstrumente. Sehr interessant und bunt. Die Hälfte des Angebots wird auf dem Gehweg ausgebreitet.
Es gibt auch viele Geschäfte mit orientalischem Kitsch wie Geschirr, Lampen, Tücher und sonstigem Nippes.
Ich überlege noch ob ich es gut finde mit dem Fahrrad keine Transportmöglichkeit dafür zu haben. Denn einerseits ist das alles so hübsch, andererseits würde ich mich unnötig zumüllen.
Dann war ich auf dem Galataturm. Eintritt hat ca. 7,50 € gekostet und hat sich sehr gelohnt, da man eine schöne Aussicht hat.
Erbaut wurde der Turm 1348 zu Zeiten des Osmanischen Reiches und wurde u.A. genutzt um ausschau nach Feuer in der Stadt zu halten.
Das kleine Geländer bei dem regen Betrieb hat mich überrascht.
Die Stadt ist schon auch anstrengend mit dem ganzen Trubel.
Nach dem Turm bin ich zurück zum Hostel geschlendert und habe mir eine Runde Hamam reserviert.
Hamam sind öffentliche Badehäuser. Ich habe mir eine klassische Hamamprozedur rausgesucht. Dabei wird man quasi gewaschen.
Den Termin hatte ich um 21 Uhr. In einem gemischten Hamam. Hatte Glück, denn außer mir war keiner zum gewaschen werden da. Zudem hat mich ein Mann gewaschen. Fand ich auch gut.
Man trägt Badekleidung und bekommt Schlappen und Handtuch gestellt.
Zunächst wird man alleine in einen kleinen Raum gebracht um sich mit Wasser aus einem Becken zu waschen. Denn Duschen gab es früher nicht.
Dann setzt man sich in den Hauptraum um mit einem Waschlappen ordentlich abgerubbelt zu werden. Da kam ganz schön was von der Haut runter.
Danach wird man mit Wasser abgespült.
Dann legt man sich hin und wird mit Schaum bedeckte. Der wird dann überall einmassiert. Richtig schön. An dieser Stelle habe ich die kräftigen Männerhände begrüßt. Beine und Nacken / Schultern waren doch schon etwas angespannt.
Dann wieder abspülen. Zuletzt werden die Haare gewaschen und mit Conditoner behandelt.
Zum Abschluss wird man sogar abgetrocknet.
Zur Erholung legt man sich in einem Ruheraum auf eine Liege und bekommt noch etwas zu trinken.
Das ganze hat ca. eine 3/4 Stunde gedauert und hat richtig gut getan. Zwischendurch fühlt man sich wie ein Kind das von Mama gewaschen wird.
Der Preis war mit 45 € nicht ganz billig. Aber ich wollte es auch fein haben. Es hat sich gelohnt.
Um 22 Uhr raus aus der Ruhe-Oase und schon steckt man wieder im Wahnsinn der Stadt.
Alle Geschäfte haben noch geöffnet und sind voll. Die Straßen sind mindestens bis 24 Uhr belebt, als wäre es Samstag Mittag. Die Geschäfte habe bis 23 Uhr oder z.T. sogar bis 24 Uhr geöffnet.
Die Müllabfuhr ist um diese Zeit ebenfalls noch aktiv.
Ich habe mir noch ein Kopftuch gekauft. Brauche ich noch für die Moscheen und den Iran.
Weil mir der Trubel so gut gefiel, habe ich mich noch auf ein Bier vor eine Bar gesetzt.
Da es hier so Nachtaktiv zugeht:
Rascal Flatts - Life is a Highway




































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