Muskat
- kathrinstahl

- 4. Dez. 2022
- 4 Min. Lesezeit
04.12.2022, Tag 246, Oman - Muskat

Wir nehmen uns in Muskat, es heißt eigentlich Maskat, ein Hotelzimmer.
Maskat ist die Hauptstadt des Omans und die eigentliche Stadt hat nur 30.000 Einwohner.
Das Old Muscat, dass auch einfach nur Maskat heißt, ist ein eigener Ort, der sogar getrennt von dem Zentrum Maskat liegt.
Die beiden Städte Maskat jnd Maskat sowie weitere umliegenden Ortschaften bilden die Muscat Capital Area. Dazu zählen dann schon über 600.000 Menschen.
Alles sehr weitläufig und wirkliche Hochhäuser gibt es nicht. Z.B. hatte unser Hotel 7 Stockwerke und gehörte zu den größten Gebäuden.
Muskat hat übrigens nichts mit der Muskatnuss zu tun. Das Wort bedeutet "Ort des Fallens". Das wird wiederum abgeleitet aus der Nutzung der Stadt als Ankerplatz oder von den steil abfallenden Küsten.
Die Muslatnuss wird eher in tropischen Gefilden angebaut.
Der Oman ist zwar nicht für die Muskatnuss bekannt, dafür aber für den Anbau von Weihrauch.
Aus dem Weihrauchbaum wird Harz gewonnen, indem in die Rinde geschnitten wird.
Dieses Harz wird getrocknet und dann verräuchert.
Die Omanis räuchern sehr gerne und viel. Überall stehen kleine rauchende Gefäße herum. Zudem wird es als Raumduft zum sprühen, Parfüm und sonst alles was Geruch gebrauchen könnte, verwendet.
Nun zu unserem Aufenthalt.
Das Hotel war ganz ok. Es lag im neuen Muskat und das alte Muskat war ca. 17 Km entfernt.
Morgens gab es ein sehr großes Frühstückesbuffett. Das war fein.
Da zeitgleich nationale Feiertage waren, war das Hotel voll mit Familien.
Abends gab es die Möglichkeit, in die Hoteleigene Sportsbar zu gehen um Fußball zu schauen. Leider wurde das Deutschlandspiel nicht übertragen.
Trotzdem war es sehr interessant. Im wesentlichen waren Männer, meist in traditioneller Kleidung, Gast. Und völlig übertrieben operierte Frauen mit viel zu engen Klamotte.
Jeden Abend.
Die Männer saßen herum, tranken Wasser oder Tee und dampften Sisha.
Die Frauen mit gigantischen Lippen, winzigen Nasen, Haaren bis zum Arsch, zur Unkenntlichkeit geschminkt und wirklich alles als abschreckende Beispiel geeignet, dafür das Schönheitsoperationen es nicht unbedingt besser machen saßen ebenfalls herum und tranken tee. Von den operierten Gesichtern lenken die höchsten Schuhe, die dicksten Titten, die längsten Fingernägel und die engsten Hosen irgendwann auch nicht mehr ab.
Keine Ahnung was die Frauen da gemacht haben. Sie kamen und gingen. Saßen rum.
Solche Frauen sah man außerhalb der Bar nicht und auch sonst war keine Frau anwesend. Außer einer Servicekraft.
Ja, das war irgendwie interessant.
Wir saßen an drei Abenden dort und tranken ebenfalls Tee und rauchten Sisha.
Während dem Spiel ist es relativ ruhig, obwohl bei Toren ein kurzer emotionaler Ausbruch einen Lärm ähnlich bei uns entstehen lässt. Durch den fehlenden Alkohol ist es sonst erheblich gediegener.
Diese Kombination von traditionellen gekleideten Männer, Fußball, Sisha und der Plastikfrauen war schon außergewöhnlich. Aber schön.
Sonst tragen die Frauen hier meist lange, weite Kleidung und Kopftuch.
Apropos Kopftuch: auf der Reise bin ich quasi Christ. Den meisten Menschen ist der Glaube so wichtig und so zentral, dass man auf Unverständnis trifft, wenn man an keinen Gott glaubt. Man kann auch keine zufriedenstellende Antwort liefern, warum man nicht glaubt.
Daher sage ich einfach das ich Christ bin und dann sind die Menschen zufrieden bzw beruhigt.
Leider wurde das Universum nicht als Antwort akzeptiert.
Ich und Andreas fahren mit einem Taxi nach Alt Muskat un ein wenig Sightseeing zu machen.
Ein kleiner hübscher Ort am Meer mit hübschen Häusern.
Leider sind die meisten Geschäfte auf dem Basar wegen der Feiertage geschlossen.
Daher ist es relativ ruhig dort. Von einem Vorort laufen mir am Meer entlang, bis wir die Corniche sehen, was ein riesiges Räuchergefäß darstellt und auf einem Felsen weit sichtbar steht. Sehr hübsch.
Danach geht es weiter am Meer bis Old Maskat. Sehr wenig Betrieb.
Der Sultan Palast ist geschlossen, sodass wir alles nur von außen betrachten.
Danach fahren wir mit dem Taxi zurück.
Sonst gibt es nicht wirklich viel zu sehen.
Abends sind wir in einer Mall mit zwei Schweizer Fahrradfahrern zum Essen verabredet. Ein schöner Abend.
Am nächsten Tag chille ich im Hotel. Ich fuhr zwar morgens zur großen Sultan Qaboos Moschee, hatte auch ein Kopftuch dabei, aber ein langärmiges Oberteil vergessen.
Ich sah es nicht ein 8€ für ein Leihkleidungsstück auszugeben. Unverschämt. Also bin ich erst in eine Mall zum Kaffeetrinken und dann zurück zum Hotel gelaufen.
Tags darauf fahren ich von Maskat alleine weiter. Morgens mache ich noch einen Abstecher zur Moschee, die wirklich sehr hübsch ist.
Sie ist eine der größten Moscheen der Welt, bietet Platz für 25.000 Gläubige und wurde 2001 fertig gestellt.
Mich hat vor allem der gigantische Kronleuchter beeindruckt. Der Leider auf den Bildern nicht so gigantisch wie in echt erscheint.
Danach starte ich. Es geht lange auf der vollen Autobahn durch das weitläufig, gefühlt unendliche, Stadtgebiet.
Irgendwann wird es zum Glück ruhiger und man fährt auf Straßen umringt von Bergen. Dabei hat man kaum Amstiege zu bewältigen. Sehr angenehm.
Abends finde ich neben der Straße auf einer Fläche die auch von Einheimischen häufig zum Picknicken genutzt wird, ein Plätzchen zum Zelten.
Leider ist es früh dunkel. Schon um halb sechs ist es am dämmern und spätestens um 18 Uhr finster. Eher sogar noch paar Minuten früher.
Hier gibt es ein paar Esel die herumlaufen, sich neugierig aber vorsichtig nähern und dann wieder gehen.
Was macht man da alleine im dunkeln? Das wird eine spannende Zeit jetzt. Könnte Abends bisschen tröge werden.
Heute habe ich diesen Blogeintrag geschrieben. Aber das ist ja auch nicht täglich zu erledigen.
Naja, ich werde es sehen.


















































































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