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Ratlos da Radlos (aber nur kurz)

  • Autorenbild: kathrinstahl
    kathrinstahl
  • 6. Juli 2022
  • 4 Min. Lesezeit

06.07.2022, Tag 95, Georgien - Kutaissi, 0 Km


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Sorry, ich war die ganze Zeit in Gesellschaft und fand keine Zeit


Der viel zu schöne Tag endet friedlich bei Froschgequarke, mit Meeresrauschen im Hintergrund und unter Sternen klarer Nacht. Der nächste Tag startete dafür mit einem Schock.

Mein Fahrrad und das von Oliver, dem Schweizer, wurde in der Nacht gestohlen. Beide Räder waren abgeschlossen und standen direkt neben den Zelten. Ich hatte zum Glück mein Gepäck im Zelt. Oliver hatte dagegen seine Taschen am Rad gelassen und somit fast nichts mehr.

Das Glück der anderen war, dass Sie ihre Räder aneinander geschlossen haben, und die Diebe die Räder so nicht weg tragen konnten bzw. ist bei dem Versuch ein Rad umgefallen, sodass der verursachte Lärm die Diebe hat fliehen lassen. So die Theorie.

Obwohl wir zu sechst waren, hat niemand etwas gehört. Auf jeden Fall waren die Täter mit einem Auto gekommen.

Vielleicht hat uns die Sicherheit der Gruppe zu fest schlafen lassen.



Nach Frühstück und Abbau des Lagers haben die anderen mein Gepäck noch auf Ihre Räder aufgeladen. Ich und Oliver sind in die Stadt gelaufen.

Ein Pärchen hat uns gefragt, ob Sie uns fahren und zur Polizei begleiten sollen, da Sie sehr gut englisch sprach. Dem haben wir gerne zugestimmt. Wir wurden kurz rein gerufen.

Obwohl wir sagten, dass wir schon gefrühstückt hatten, bekamen wir Kirschen, Wurst, Käse, Brot usw. hingestellt. Sogar Kaffee wurde serviert.

Es tat mir für die anderen leid, die auf uns warteten, aber man möchte auch nicht unhöflich sein.



Dann haben Sie uns zur Polizei gefahren. Dort gab es auch englischsprachige Mitarbeiter.

Wir fuhren mit der Polizei zum Tatort, sendeten Fotos der Räder, beschrieben was sonst noch gestohlen wurde, unsere Personalien und Kontaktdaten wurden aufgenommen...

Das dauerte alles in allem ca. 2 Stunden.

Es waren mehrere Personen dabei und alle erschienen ein wenig ratlos. Sowas kommt wohl selten vor. Auch alle Georgier waren schockiert, dass so etwas passiert ist.

Naja, Arschlöcher gibt es überall auf der Welt. Da hatten wir mal Pech.

Aber sonst ist Georgien wohl ein sicheres Land. Das Bild zeigt die Polizeistation.



Nachdem das geklärt war, haben wir uns zu sechst eine Art Hotel direkt 50m weiter genommen. Es hatte mich gefreut, dass die anderen da bleiben wollten.

Wir haben entspannt im Hof gesessen, geredet, zusammeneingekauft und Abends wieder gekocht. War ein sehr schöner und lustiger Tag.



Zudem hat sich direkt eine Lösung für das Fahrradproblem aufgetan. Unglaublich.

Aber Tillmann und Julia sind für den 21.07.2022 mit Freunden aus Mainz verabredet, die von Frankfurt aus nach Tiflis fliegen.

Im Internet habe ich gesehen, dass ein ähnliches Fahrrad, wie ich es hatte, in meiner Größe sofort verfügbar ist. Leider günstigere Ausstattung (z.B. Schaltung nicht am Hebel, sondern am Ende vom Kringel).

Ich habe das Fahrrad bestellt. Der Fahrradladen meines Vertrauens hat bestätigt, kurzfristig die notwenigen Änderungen vornehmen zu können Meine Schwester wird das Fahrrad nach Frankfurt an den Flughafen bringen, und die Bekannten von Tillmann und Julia nehmen das Fahrrad dann als Gepäck für mich mit. Unglaubliches Glück im Unglück.

Somit war schnell eine Lösung gefunden. Ärgerlich ist schon, dass ich sehr viel Geld mit dem anderen Rad verloren habe.

Z.B. werde ich mit für das neue Rad keinen SON-Nabendynamo, kein Dynamobetriebenes Licht, keinen Appcon 3000 (Powerbank die mit dem Dynamo geladen wurde) und kein Wahoo Elemnt Roam Navi (I was in love) kaufen. Alles sehr teure Luxusausstattung, auf die ich jetzt verzichten werde.

Aber egal. Wenn das alles so funktioniert, habe ich am 21.07. in Tiflis ein neues Fahrrad. Was will ich mehr.


Am nächsten Tag sind die anderen mit ihren Rädern weiter. Ich und Oliver sind mit dem Bus von Poti nach Kutaissi gefahren und haben uns ein etwas schickeres Hotel genommen und den Abend entspannt mit ein paar Drinks ausklingen lassen.

Die Busfahrt war sehr rasant. Also die Georgier fahren gestört schnell Auto. Ich konnte gar nicht auf mein Handy schauen bei dem wilden Ritt. Zum einen, da mir direkt schlecht wurde, zum anderen fiel es sehr schwer auf der wackeligen Hand etwas zu erkennen. Es war ein Mercedes Sprinter. Sollten die georgischen Busfahrer mal was anderen probieren wollen, können Sie leicht in Deutschland für TNT, Hermes oder sonstige Paketdienstfahrer arbeiten. Diese Sprinter sind ebenfalls immer rasant gestört unterwegs.

Die Straßen sind hier jedoch so breit, dass es als Fahrradfahrer nicht so dramatisch war.

Wir wollen uns bisschen die Stadt anschauen und uns ein Auto mieten um damit in die Berge zu fahren. Nach aktuellen Stand werden Sonja und Alex mitkommen, da bei Sonja an der Hinterachse irgendwas kaputt ist und somit Fahrradfahren in die Berge etwas zu riskant erscheint.

Da wir gesehen haben, dass die Straßen in den Bergen sehr schlecht sind, ist angedacht einen 4x4 / Allradfahrzeug zu mieten.

Ich hoffe auf einen Toyota Landcruiser.



Mittlerweile ist Oliver wieder angefixt und will doch nicht zurück in die Schweiz. Er versucht jetzt auch ein neues Rad und alles was er benötigt zu besorgen und sich irgendwie hierher schicken zu lassen.

Also bisher alles gut für mich.

Die Stadt hier ist sehr modern, geordnet und sauber. Es ist eigentlich wie bei uns. Alles tippi toppi.

Die Menschen leben natürlich erheblich einfacher wie wir. Aber zum Drumherum gibt es nichts zu meckern.

Auch der Standart der Sanitären Anlagen ist gestiegen. Es herrscht wieder Druck auf der Leitung und das Wasser ist wohlig warm temperiert.



Was fällt auf?

In georgisch heißt Georgien Sakatwello (klingt zumindest so).

Die georgische Schrift sieht so aus: გამარჯობა, მე მქვია ეკატერინე

Russen sind sehr, sehr unbeliebt. Wir wurden häufig als erstes gefragt, ob wir Russen sind. Tiflis heißt hier Tbilisi und das T wird nicht ausgesprochen. Also Bilisi.


Also alles im Allen ist hier alles gut und ich freue auf die kommende Zeit.


Song des Tages:

The Boomtown Rats- I don´t like mondays

Weil das Fahrrad am Montag weg kam.



 
 
 

1 Kommentar


Jessy Dilectio
Jessy Dilectio
06. Juli 2022

😂 die Überschrift 👌

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Beitrag: Blog2_Post

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