Samarkand
- kathrinstahl

- 17. Okt. 2022
- 3 Min. Lesezeit
17.10.2022, Tag 198, Usbekistan - Samarkand

In Samarkand anzukommen, war ein ähnliches Gefühl wie Osh.
Eine Stadt die bei meinem Start in Deutschland so unwirklich weit entfernt erschien und nur ein persicher Traum aus 1001 Nacht ist.
Aber Samarkand ist real und im wesentlichen eine ganz normale usbekische Stadt mit viel bling, bling und Straßenverkehr.
Aber der Wohlstand Usbekistans gefällt mir, da es gute Restaurants mit gutem Kaffee und Service gibt.
Die Stadt hat im Großraum fast 1 Mio. Einwohner und war früher ein wichtiger Knotenpunkt der antiken Seidenstraße, die zwischen China und dem Mittelmeer verlief.
Warum ist Samarkand so besonders?
Es gibt dort viele außergewöhnlich schöne und große Bauwerke wie Mausoleen und Madresen.
Durch die Seidenstraße gelangte die Stadt zu Reichtum. Aber vor allem machte der mongolische Herrscher Amir Timur die Stadt zu solch einem besonderen Ort, da er Samarkand zur Hauptstadt seines Großreiches, das von Syrien bis Indien reichte, machte.
Seidenweber und Waffenschmieden ließen sich nieder. Der auf ihn folgende Herrscher förderte besonders die Wissenschaft und Astronomie.
All diese Punkte sind an den historischen Stätten zu erkennen.
Der Mittelpunkt von Samarkand ist der Registan.
Eintritt 50.000 So'm (5 €).
Ein Platz zu dem an drei Seiten riesige Madresen stehen.
Diese wurden zwischen 1417 und 1660 gebaut. Man stelle sich vor bei uns lag das Mittelalter in den letzten Zügen und die Renaissance hatte ihren Anfang gefunden.
Madresen, Einzahl Madrasa, sind Koranschulen. Diese wurden von Erwachsenden zwischen 15 und 45 Jahren besucht.
Es wurden dort Islamwissenschaften gelehrt, aber auch Sprache, Naturwissenschaften, Mathematik oder Logik.
Die Gebäude dienten als Bibliothek, Räume zur Lehre, zur Unterbringung oder auch Gottesdienste.
Von außen als auch die Innenhöfe sind wunderschön mit Mosaiken und Fliesen mit floralen Mustern geschmückt. Viele kleine Details, Schriftzüge, sich wiederholende Muster und Goldelemente machen auf den großen Flächen besonders Eindruck.
Wenn ich mal Fliesen brauche, komme ich nach Usbekistan.
Sämtliche Wände sind dabei ein bisschen krumm und schepp, was es bisschen knuffig macht, denn sonst fehlt leider diesem total restauriertem Disney-Ensemble der Charm.
In sämtlichen Räumlichkeiten sind Souvenirshops. Alles ist so tip top neu gestaltet, dass das alte, besondere bisschen fehlt. Es ist zu glatt.
Es ist wirklich wunderschön, touched aber nicht.
Das empfinden habe ich auch von anderen Reisenden gehört.
Übrigens habe ich im Ausgang Gitu, den Franzosen, zufällig wieder getroffen. Wir konnten es beide kaum glauben.
Wir sind daraufhin Kaffee trinken gegangen und haben uns danach ordentlich Burger und Pommes einverleibt.
Damit war Tag eins in Samarkand schon vorbei.
An Tag zwei besuchte ich als erstes das Gur-Emir-Mausoleum. Eintritt 30.000 So'm (3€). Sehr prächtiges Bauwerk und schön verziert. 1403/04 für den damalige Herrscher Timur, einen Teil seiner Familie und andere wichtige Persönlichkeiten aus seinem Umfeld erbaut.
Man betritt den Innenraum zu den Särgen indem man durch einen Souvenirshop geht. Schande.
Danach fuhr ich zur Bibi-Chanum-Moschee. Eintritt ebenfalls 30.000 So'm (3€). Ein riesiges Bauwerk. Von außen sowie der Innenhof sehr beeindruckend. Die Innenräume wurden jedoch nicht wieder hergestellt.
Von außen hui von innen pfui.
Erbaut wurde die Moschee 1399 bis 1404. Ebenfalls auf Befehl von Timur (geboren 1336), dessen Reich damals von Syrien bis Indien reichte. Er war damals der mächtigste Herrscher der islamischen Welt.
Er starb 1405 und sah dieses Bauwerk nie vollendet.
Bibi Chanum war übrigens Timurs Lieblingsfrau.
Heute wird Sie nicht mehr als Moschee genutzt sondern zählt als Denkmal.
Danach war ich in der Chidr-Moschee nur ein paar hundert Meter weiter.
Nicht so besonders, nur dass sich der erste Staatspräsident Islam Karimov dort hat in einem Mausoleum beerdigen lassen.
Er starb 2016 und war seit dem Ende der Sowjetunion 1991 Staatspräsident. Bisschen zu lang für eine Demokratie. 😉
Zum Abschluss besuchte ich das Schahi-Sinda-Ensemble, eine Nekropole.
Eine Nekropole ist eine Totenstadt bzw. eine größere Begräbnisstätte.
In diesem Fall wurden sehr viele Mausoleen nebeneinander gebaut.
Es wurden dort ab dem 14. Jahrhundert adlige Timuriden bestattet.
Das wohl wichtigste Grab gehört dem Cousin des Propheten Mohammeds. Er war einer der ersten Missionare die den Islam verbreiten wollten. Im 7. Jahrhundert kam er dafür mit den Arabern nach Samarkand. Für seine missionarische Tätigkeit bezahlter er allerdings mit seinem Leben.
Zu dem Ensemble gehören heute über 20 Gebäude.
Morgen, Dienstag, möchte ich weiter fahren.
























































































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