Tirana
- kathrinstahl

- 8. Mai 2022
- 2 Min. Lesezeit
08.05.2022, Tag 36, Albanien - Tirana, 0 Km

Heute Pausentag in Tirana eingelegt.
Bei einem Pausentag ist immer schön, dass man morgens nicht packen muss und Abends quasi das Bett schon bereit steht und nicht mehr aufgebaut werden muss.
Heute ist Sonntag. In Deutschland. Hier wird trotzdem morgens um 8 mit dem allseits beliebten Kärcher gestartet. Autowaschen und Kärchern ist hier, ähnlich wie in Bosnien, ein gern gepflegtes Hobby.
Auch sonst hatten die meisten Geschäfte geöffnet und auch die Müllabfuhr war tätig.
Aber so war das treiben in der Stadt vielfältig.
Da die Wäsche nicht wie versprochen um 12 Uhr fertig war und auch noch nicht um 15 Uhr, habe ich mir heut die Füße im Flig-Flop wund gelaufen. Hatte keine Socken mehr.
Tirana ist schön. Hat ca. 560.000 Einwohner und ist in manchen Ecken heruntergekommen, in manchen ganz modern, viel im Neubau, viel Grün, sehr viele hippe Cafés und Restaurants, es ist modern, Kunst, bunt und im Aufbruch.
Ich bin rumgelaufen habe mir den zentralen Platz und Treffpunkt angeschaut und die üblichen Gebäude zumindest von außen: Moschee, Oper, Nationalmuseum, Uhrturm, Pyramide die aktuell renoviert wird und das Museum Bunkart 2 besucht.
Das hat wirklich gelohnt. Man erfährt viel über die Geschichte Albaniens.
Albanien litt von 1945 bis 1985 unter der Diktatur von Enver Hoxha. Die sozialistische Volksrepublik bestand noch bis 1990.
In dieser Zeit durfte niemand Ein- und Ausreisen. Es gab Verfolgung, Folter, Gefangenenlager, Überwachung, die Sigurimi (Geheimpolizei, sowas wie die StaSi) und der übliche scheiß, wenn machtbesessene Diktatoren am Werk sind.
Das Museum hat 500 Lek, also ca. 5 € Eintritt gekostet und ist in einem ehemaligen Atombunker.
Das Land war 40 Jahre lang isoliert und hat sich somit so traditionell gehalten.
In ländlichen Regionen sind Männer noch unter sich in den Cafés und die Frau im Haus. In der Stadt Tirana ist es allerdings wie bei uns. Frauen sind genauso unterwegs wie im "wilden" Westen. Tagsüber zumindest alleine und auch modern sowie freizügig, z.B. bauchfrei oder im minirock, gekleidet unterwegs.
Abends waren die Männer aller Altersgruppen in den Cafés wieder unter sich.
Im allgemeinen scheint sich das Umland, nach meinem Eindruck, von der Abschottung noch nicht soweit erholt zu haben wie Tirana. Hier ist das Leben im vollen Gange.
Jetzt sitze ich auf dem Skanderberg-Platz und trinke Bier und lausche Balkan-pop, da hier ein kostenfreies Festival stattfindet.
Ich habe mir eine Wurst im Brötchen gegönnt. Hatte Bock drauf. Hatte allerdings nichts mit unserem allseits beliebten Bratwurstbrötchen zu tun. War aber trotzdem lecker.
Mein heutiger Song, passend zur Partylaune und den mir meine liebe Freundin Jessy Dilectio empfahl:
Chaka Khan - Ain't nobody
Bis morgen.
Dann geht es weiter Richtung Osten.
Lange und harte Anstiege stehen bevor.






































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