Wat en tach
- kathrinstahl

- 5. Juni 2022
- 3 Min. Lesezeit
05.06.2022, Tag 64, Türkei - Babadat, 104 Km

Die Nacht hatte ich einen ungebetenen Gast. Kein Hund. Aber ich hatte schon geschlafen, da hörte ich ein nerkwürdiges Geräusch. Dachte zunächst Mäuse oder so did bisschen spekulieren und dann wieder gehen. Aber es war ein Igel und er hat meinen Helm angeknabbert. Warum auch immer. Habe ihn bisschen angestupst, weil anfassen geht schlecht. Nach paar Minuten war er dann verschwunden.
Ohne große Vorkommnisse gestartet.
Schöne Landschaft. Meist gute Straßen. Gelegentlich Abschnitte mit Schotter, aber in gutem Zustand.
Kaum Verkehr.
45 Km vergingen schnell. Ich habe eine schöne Pause in einem Ort gemacht. Wurde sogar zu noch zu Tee eingeladen und habe 2 kleine Flaschen Wasser geschenkt bekommen.
Danach wollte ich im folgenden Dorf nur ein Shirt waschen.
Da hier die Übernachtungsgelegenheiten fehlen, ist es schwierig mit Wäsche waschen. Also Handwäsche angesagt. Habe bisher mich selbst an nur 2 Abenden nicht waschen können. Aber alles wird komplizierter.
Wollte heute eigentlich auch eine Pension nehmen, aber dazu komme ich später.
Na, jedenfalls wurde ich am Brunnen von einem Sonur angesprochen und wir haben uns mit Händen und Füßen und dem Google Übersetzer unterhalten. Er empfahl mir eine andere Route, wie die, die ich geplant hatte.
Wäre schöner.
Aber länger und mehr Höhenmeter. Habe dem mal vertraut.
War echt eine super schöne Strecke durch hügeliges Hochland. Alles ok. Zwar heiß aber ok.
Nach ca. 70 kam eine Schafherde. Und die wachhabenden Riesenhunde haben mich ca. 1 Km verfolgt. Ich bin verzweifelt. Es ging bergauf. Und ich wurde immer langsamer. Der eine Hund kam irgendwann so nah, dass er mein ganzes Bein vollgesabbert hat. Keine Ahnung ob die generell Menschen nicht beißen oder ob dem die Luft für einen Biss gefehlt hat.
Die haben auch nicht auf die Pfiffe vom Schäfer gehört.
Danach war ich platt.
Dann kam natürlich eine Schafherde nach der anderen. Jedes mal hatte ich schiss, dass wieder sowas vorkommt. War aber nicht der Fall.
Ich hatte von Hunden und unruhigen Nächten die Nase voll und habe daher geschaut ob es irgendwo eine Pension, Hotel oder sonstiges gibt.
Frühst möglich nach über 100 Km. Egal, muss ich durch. Nachdem ich nochmal von einem Hund verfolgt wurde, war ich auch einfach durch für den Tag und die letzten 10 Km waren auf Anschlag.
Angekommen. Ein sehr kleines Dorf. Keine Pension. Hat Google eine Fehlinformation geliefert.
Aber die Leute wollten wissen was los ist und helfen mir. Ich habe jetzt eine Wohnung. Leer und nicht der beste Zustand. Aber egal. Es gibt Strom.
Toilette und Waschmöglichkeiten kann ich von der gegenüberliegenden Moschee nutzen.
Sehr nett. Eine Frau hat mir noch einen Fladen und 5L Wasser geschenkt. Ich bin echt froh über die Hilfe.
Hier kommt kein Hund hin.
Und ich bin froh, dass ich nicht mehr weiter fahren musste.
Morgen werde ich mir ein Hotel nehmen. Strecke geht jetzt an der Autobahn entlang.
Hat alles seine vor und Nachteile.
Die Ruhe und Landschaft die letzten 2 - 3 Tage war traumhaft. Die Leute auch.
Aber die Hunde stressen mich schon sehr. Tagsüber als auch Nachts.
Song of the day:
The Ting Tings - That's not my Name
Weil ich meinen eigenen Namen in Englisch mit dem schönen "th" kaum richtig aussprechen kann. Zudem verstehen viele meinen Namen nicht und nennen mich einfach Kat. (Also Kät). Denke dann jedes mal: ja, nenn mich Katze.
Daher habe ich beschlossen, sollte ich mal einen Künstlernamen brauchen, wird er Katze sein.
Miau und bis morgen.


























Was ein Abenteuer 😅 toll, dass du so viel nette Menschen um dich herum hast 💜 Kathrin du bist einfach ne Maschine, Maschine aus Stahl 😎🫶🤘 Stay strong 💪
Jessas!! Der reinste Thriller!! Aber wenn die Leute dich schon Katze nennen - is‘ ja logisch, dass die Hunde dich jagen…