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Zum Songköl und auch wieder weg

  • Autorenbild: kathrinstahl
    kathrinstahl
  • 31. Aug. 2022
  • 5 Min. Lesezeit

31.08.2022, Tag 151, Kirgisistan-Chaek


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Sorry, ich kann mich irgendwiw nicht kurz fassen.


Tag 1 - Hauptwege bevorzugt

Am Samstag Morgen hatte ich schwer zu tun. Über Nacht, es war trocken gemeldet, hat es aus Eimern geregnet und gewittert.

Dadurch war am nächsten Morgen alles um mich herum Matsch, was am Abend noch Knochentrocken war.

Es war glitschig. Entsprechend der Lage machte der Abbau wenig Spaß. Alles schmutzig.

Dann musste ich nur noch mit dem Rad wieder auf die Straße kommen.

Zunächst schob ich. Nach ca. 20m drehten sich die Räder nicht mehr, da komplett verschlammt. Ich bekam das Fahrrad kaum bewegt, da es so rutschig war und ich nicht richtig drücken konnte. Zum verzweifeln. Nach einer halben Stunde gab ich auf, nahm ein Teil des Gepäcks und trug es, bis der Boden besser wurde. Dann holte ich das Rad.

Soweit möglich versuchte ich das Rad zu entmatschen und fuhr dann los.

Der Spaß hat mich 2 Stunden gekostet. Für ca. 350m.

Dementsprechend später Start.


Die holprige Schotterpiste verwandelte sich nach wenigen hundert Metern in einen frisch geteerten Traum.

Dazu bissl Rückenwind und Sonnenschein und alles war wieder gut.

Vor lauter guten Laune jedoch Abzweigung verpasst. Also Umweg von 10 Km eingebaut. Verkraftbar, da flach.


Der Rest des Tages war angenehm. Straße wechselt von Teer zu Schotter, aber passt. Wenig Verkehr.

Die Route führt vom Yssyk-Köl Richtung Songköl. Es wurde wieder bergig um mich herum. Braun-rote Schluchten und Felsen.

Abends suchte ich mir in Kotschkor ein Gästehaus.

Wieder habe ich das ganze Haus für mich alleine.

Ich feier das zwar, aber für die Leute ist es seit Corona einfach nur scheiße.


Ich wurde von der Gastgeberin zum Abendbrot eingeladen. Da saß ich dann mit ihr und einer Freundin am Esstisch und schlug mir den Bauch voll. Gab eine Art Brot mit eine Art Sahne/ Creme, Aprikosengelee und Himbeergelee. Alles sehr lecker. Dazu Kaffee und Tee.

War ganz nett. Die Frau konnte ein paar Brocken englisch.



Tag 2 - Auf zu neuen Ufern

Ich schlief sehr gut und das Frühstück gestaltete sich wie das Abendbrot. Nur gab es noch 2 Eier. Also perfekt.


Dann bin ich gestartet. In der Sonne angenehm warm. Flach. Allerdings stark befahrene Straße.

Ansatt der strak befahrenen Haupstraße im Tal zu folgen, entschied ich mich irgendwann, doch lieber am Songköl vorbei zu schauen.

Also musste ich von den bereits 13 gefahrenen Kilometern nochmal 5 zurück. Und dann war direkt weniger Betrieb.

Die Landschaft schön bergig, leichte Steigung.


Irgendwann Schotter und Waschbrett -Straße. Uncool, aber was willst machen.

Abends an einem Fluss ein Plätzchen zum Zelten gefunden.

Bisher fühle ich mich in Kirgisistan sehr sicher.

Die Leute sind uns deutschen im Verhalten ähnlich. Zurückhaltend und im ersten Moment bissl verstockt aber dennoch hilfsbereit. Man wird eigentlich kaum angesprochen.


Aber die Kinder freuen sich immer ganz doll, wenn sie mich sehen. Rufen dann mehrfach hallo und winken fröhlich.

Eigentlich sehr interessant, dass sich im den jeweiligen Ländern die Kinder je Land gleich verhalten aber nicht gleich im Vergleich zu anderen Ländern.



Tag 3 - Kalmar-Ashuu Pass

Nun war der Kalmar-Ashuu Pass zu erledigen. Die Straßen wie gewohnt Schotter, aber ok. Die Steigungen z.T. steil, aber ok.

Heute hat mir besonders das Wetter das Leben schwer gemacht.

Zunächst zwar langes Oberteil, aber mit kurzer Hose gestartet.

Irgendwann kam Wind dazu. Natürlich Gegenwind. Dieser wurde richtig eisig. Dann zog Nebel auf. Aus dem Nebel wurde Schneeregen. Es war eiskalt. Ich sorgte mich, wie ich das durchhalten sollte.

Aber nach 20 - 30 Minuten war der Spuk vorbei.


Es klarte auf, Sonne und es wurde angenehm.

Das Spiel wiederholte sich stündlich.


Irgendwann kam ich oben auf 3450m an. Durchgefroren aber froh. Ich hatte sehr schöne Aussichten in die einsamen Gegenden. Ich liebe einsames und karges Land.

Dann schöne Abfahrt. Ich beschloss, sobald sich eine Gelegenheit findet, nehme ich mal eine Yurte.


Bei einem selbstgebastelten Hotelschild habe ich nachgefragt und wurde direkt in die Küchenyurte reingewunken.

Erfreulicherweise sind zwei Franzosen da, mit denen ich auch auf Englisch quatschen kann. Die Kirgisische Familie die hier lebt ist auch sehr nett, interessiert und lustig.


In der Yurte ist es schön warm. Perfekt. Direkt paar Klamotten los werden. Wird abends richtig eisig auf ca. 3000m.

Ich habe mich hingesetzt und war rechtzeitig zum Essen da. Was will man mehr. Pferdemilch probiert. Richtig lecker und viel süßer als Kuhmilch.

Es war sehr unterhaltsam mit den Kirgisen und den Franzosen.


Nach dem Essen hat der Franzose noch eine Drohne ausgepackt. Das war für alle Beteiligten auch ein richtiger Spaß.

Dann schnell auf Plumpsklo und in die Yurte zum pennen.


Die Schlafyurten sind nicht beheizt. Man schläft auf dem Boden. 2 Lagen Fell, dann 2 Lagen dicke Decken und eine Decke zum zudecken. Mal schauen ob das reicht. Riecht alles bisschen nach Pferd.

Es gibt übrigens Strom für Licht. Dafür steht am Zelt ein Solarpanel.


Ich habe für mich auf der Reise gelernt, dass ich überall zuhause zu sein kann. Ganz entspannt kann ich mich Mittlerweile überall dazu setzen und mich wohlfühlen. Überall ein König. Ob Sprachbarriere oder nicht. Einfach auf sich zukommen lassen und alles ist gut.

Wie schön einfach doch das Leben sein kann.


Auf den Bildern sieht man oben in der Mitte das Teil, dass auf der kirgisischen Flagge dargestellt ist.



Tag 4 - Tschüss See

Morgens bei Sonnenschein gestartet. Es war sehr einsam, aber schön.

An diesem Tag sind in Summe vielleicht 3 Autos an mir vorbei gefahren. Sonst habe ich vielleicht 5 Kirgisen auf ihren Pferden von weitem gesehen.

Die Landschaft wieder wunderschön. Der See ist umringt von Bergketten. Wenn man es zählen kann, würde ich sagen 3 Bergregionen. An zweien davon hingen ständig graue Wolken und es sah nach Regen aus, während über dem See und in der dritten Region Sonne und paar weiße Wolken am Start waren.

Morgens hatte ich auch noch einen eisigen Schneeschauer abbekommen, am späteren Tag hatte ich gutes Wetter.


Die Route verlief am See. Zu Beginn auf Schotterstraßen, später auf Spuren in der Wiese. Diese sind manchmal sogar offizielle Karten die auch im Navi vorhanden sind.

Die meiste Zeit flach. Nach ca. 50 Km nochmal ein Anstieg von 2900m auf 3250m.

Kurz vor der Kuppe, es war schon spät (eine Ortliebtasche hatte sich zwischendurch von der Halterund gelöst und eine Umweg, wegen nicht vorhandener Straße von 10 Km), zog ein enorm starker Wind auf. Häufig vor Kuppen.

Als ich oben ankam, die Hammeraussicht betrachtete und versuchte nicht umzufallen, fragte ich mich, wie man da Fahrrad fahren soll.

Da es aber fast 18:30 Uhr war, gab es auch nicht viel zu überlegen und einfach zu schauen, irgendwie da runter zu kommen .


Steiler Einstieg in geröllige Serpentinen. Meine Hände schmerzten schnell vom Bremsen, die zum Glück echt taugen.

Es war sehr anstrengend. nach 200 - 300 Hm war der Wind nicht mehr relevant und das schöne war, dass sich die Strecke in ein fröhlichen, sandigen, flowigen Trail verwandelte.

Man war immer noch sehr schnell unterwegs und musste abbremsen, aber man konnte richtig ballern. Das Fahrrad und Gepäck muss hier in Kirgisistan wirklich einiges mitmachen.

In der Tasche vom Kocher ist jede Menge Metallabrieb. Keine Ahnung wovon.

Schrauben lösen sich überall, Tüten schrubbern durch, alles scheppert. Aber macht Spaß.

Da hätte ich auch schon eine Idee für ein weiteres Fahrrad. MTB Enduro fehlt noch in meiner Kollektion. Jesus, wer Geld oder Gutscheine für Fahrräder zu verschenken hat, ich nehme beides. 😉


Die Bergabfahrt dauerte ca. 25 Km. Dann fand ich im Tal, auf 1950m, neben einem Bach noch ein schönes Plätzchen.

Schnell gekocht, mich bisschen gewaschen und ab ins Bett.



Tag 5 - Pause muss ja auch mal sein

Heute startete ich den Tag entspannt. Die Sonne schien und es war warm. Kurz Kurz Wetter.

Morgens machte ich paar Sachen sauber und ordentlich, packte und rollte dann entspannt 36 Km bis zu einem Ort mit einem Gästehaus, suchte mir ein Zimmer und Ruhe mich für den Rest vom Tag aus. Mich und Wäsche richtig waschen muss auch mal wieder sein.

Morgen geht es dann wieder weiter .





























































 
 
 

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